Sanne l Gleich einen doppelten Nutzen bringen die von der Sannerin Sigrid Bokelmann genähten Schutzmasken ein: Einerseits werden die baumwollenen Gesichtsmasken von Unternehmen während der aktuellen Phase dringend benötigt, andererseits sammelt sie durch die Abgabe ihrer selbstgefertigten Produkte Spenden ein, die dem Kinderhospiz in Magdeburg zugute kommen werden.

Als sie an ihrer Nähmaschine die ersten Schutzmasken fertigte, war in deutschen Landen noch keine Rede davon, dass diese beim Einkauf oder im öffentlichen Nahverkehr Pflicht werden würden. Die Sannerin hatte gerade fleißig für ihre Enkelkinder genäht: Süße kleine Küken für das Osterfest. Nachdem die gelben Stofftiere in voller Pracht erstrahlten und auf Reise gen Niedersachsen gingen, brachte sie ihre Schwester auf die nächste Tätigkeit: Schutzmasken waren ob der beginnenden Erkrankungen in Deutschland gerade im Gespräch. „Und da ich gern nähe, machte ich mich daran und hab‘ erst einmal gegoogelt, wie aufwendig das ist“, blickte sie zurück.

Nachdem die ersten Teile fertig waren, erkundigte sich Sigrid Bokelmann, wer diese benötigen könnte und fragte bei einer ihr bekannten Physiotherapie an. „Nein, wir brauchen keine“, lautete die Antwort. Aber nach einigen Tagen sollte sich die Auftragslage der 66-Jährigen ändern. Die Physiotherapie fragte ihrerseits nach, ob noch welche da wären: Die ersten Schutzmasken gingen weg. In einer Zeit, wo diese Mund-Nase-Masken noch recht schwierig zu bekommen und dementsprechend begehrt waren. Der nächste Anruf ließ sich nicht lange auf sich warten. Eine Freundin meldete sich, die im Auftrag einer gynäkologischen Praxis anfragte, ob Sigrid Bokelmann eine Chance sieht und 50 Masken anfertigen könne - sie sagte Ja.

Viele Stunden verbrachte die Sannerin in ihrem Nähzimmer. „Ich habe immer etappenweise genäht“, sagt sie. Stoff hatte sie genügend. „Dafür habe ich größtenteils Bettlaken verwendet. Nur mit den Gummis wurde es knapp“, blickt sie zurück. Aber auch dieses Problem löste sich auf, einige Bekannte versorgten sie mit einigen Päckchen dieser Gummis, die ein Mundschutz natürlich benötigt.

Die Auftraggeber informierten sich natürlich, was die fleißige Näherin für ihre Mühen haben möchte. Spenden sind willkommen, so die Antwort. Sigrid Bokelmann unterstützte mit ihrem Hobby schon einige Projekte. Unter anderem Aktionen des Berliner Entertainer Frank Zander. „Wir haben für Obdachlose gestrickt“, erinnert sich die Sannerin gern zurück, die gestrickten Sachen für die Bedürftigen wurden direkt nach Berlin gebracht. Zusammen mit einer ursprünglich aus Arneburg stammenden Freundin, die nun in Barleben beheimatet ist, nähte sie auch kleine Mützchen für die Frühstationen von Krankenhäusern der Region. „Wir haben uns gedacht, dass wir ein Euro pro Kopfbedeckung verlangen können.“ Durch Kontakte der Freundin kam das eingenommene Geld damals dem Kinderhospiz in Magdeburg zugute. Die Einrichtung der Pfeifferschen Stiftungen war sehr dankbar. Und so möchte Sigrid Bokelmann auch die aktuellen Einnahmen dieser Einrichtung spenden. Das Konto ist schon gut gefüllt.

Sigrid Bokelmann hat an der Tätigkeit jedenfalls ihre Freude. Natürlich auch mit dem Gefühl, etwas Gutes zu tun. Rund 1000 Euro hat sie bereits durch die Schutzmasken eingenommen. Und sie ist sich sicher, dass auch ihre Freundin ähnlich fleißig war. Gemeinsam werden sie sich dann mit dem Kinderhospiz in der Landeshauptstadt in Verbindung setzen.