Meseberg l Den Planspielen der MESA Agrar, die Schweinemast in Wasmerslage von aktuell 10.941 Tierplätzen auf eine Kapazität von 46.260 Absatzferkel auszubauen, bläst in der Einheitsgemeinde ein kräftiger Wind entgegen. Der Stadtrat hat der Erweiterung bereits mehrfach das sogenannte gemeindliche Einvernehmen verwehrt. Und auch abseits der Kommunalpolitik läuten Alarmglocken. Die Sprecher Kerstin und Helmut Sasse sowie weitere Mitglieder einer Bürgerinitiative (BI) zeigten am Mittwoch während einer Info-Runde im Meseberger Krug auf, wie Bedenken der Einwohner in das aktuell laufende Genehmigungsverfahren Eingang finden. In Form sogenannter Einwendungen müssen diese bis Freitag, 24. November, entweder direkt im Landesverwaltungsamt oder in den Bauämtern der Einheitsgemeinde Osterburg sowie der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck vorliegen.

Dabei steht die BI helfend zur Seite. Sie hat auf Mustern und Vordrucken selbst mehrere wesentliche Kritikpunkte wie erhöhtes Verkehrsaufkommen, Lärmbelastung, Belastung des Grundwassers und der Böden durch Nitrate und Reserveantibiotika), Geruchsbelästigung, formuliert. Gleichzeitig lassen die vorbereiteten Unterlagen aber auch genügend Raum für individuelle Kritikpunkte und Anmerkungen. Diese seien auch ungemein wichtig, wurde während der Info-Runde deutlich. Helmut Sasse warb zudem dafür, dass möglichst viele Einwohner eigene Einwendungen verfassen, um der Landesbehörde zu zeigen, wie breit aufgestellt der Widerstand gegen die Erweiterung ist.

Bei ihren Bemühungen, das MESA-Projekt zu verhindern, hat sich die BI auch die Unterstützung durch den BUND sowie juristische Hilfe gesichert. Bei der Finanzierung des Fachanwalts hofft die BI auf Spenden aus der Bevölkerung. Und einen Obolus aus der Kommunalpolitik – mit der Bitte um einen Betrag in dreistelliger Höhe will sich die BI sowohl an den Stadtrat als auch an den Königsmarker Ortschaftsrat wenden.

Wann das Landesverwaltungsamt über den Erweiterungsantrag der MESA Agrar entscheidet, nach dem jährlich in sieben Zyklen je 46.260 Absatzferkel (das sind insgesamt 323.820 Absatzferkel) durch den Standort Wasmerslage und damit die Region geschleust werden sollen, bleibt abzuwarten. Die Landesbehörde äußerte sich noch nicht zu einem konkreten Termin, nach Angaben von Gabriele Städter aus der Pressestelle des LVWA steht für Mitte Dezember aber die Möglichkeit eines Erörterungstermins im Raum. Die Antragsteller gehen Erkenntnissen der BI zufolge wohl von einer zeitnahen Genehmigung aus. Sie hätten für den Beginn der Erweiterungsarbeiten das erste Quartal 2018 ins Auge gefasst, berichtete Helmut Sasse.

Gemeinsam mit weiteren Mitstreitern war der BI-Sprecher nur wenige Stunden nach der Info-Runde schon wieder in Sachen Schweinemast-Erweiterung unterwegs. Sie fuhren am Donnerstag nach Halle zum Landesverwaltungsamt, um dort unter Verweis auf das Umweltinformationsgesetz Einblick in die Planungsunterlagen zu nehmen.