Osterburg l Seit Jahreswechsel schlägt der Mesa Agrar GmbH und ihren Plänen, die Schweinemast in Wasmerslage von derzeit 10941 Schweinen auf 46260 Plätze für Absatzferkel auszubauen, nicht nur aus der Osterburger Kommunalpoitik Ablehnung entgegen. Aus Sorge „um die Schömheit unserer Heimat“, wie es Helmut Sasse formuliert, hat sich eine Bürgerinitiative (BI) gegründet und Anfang Februar in Meseberg öffentlich vorgestellt. Dieser Abend im „Krug“ brachte offensichtlich den Stein ins Rollen. Um die Sprecher und organisatorischen Köpfe Kerstin und Helmut Sasse scharten sich Gleichgesinnte, die jetzt gemeinsam Aktionen besprechen und vorbereiten. Martina Ramisch und Winfried Mitsching zählen zu dieser Gruppe, auch Tatjana und Eugen Kisselmann. Nun hat sich der Widerstand gegen die Erweiterung der Schweinemast auch ein Symbol gegeben. BI-Mitglieder und Sympathisanten fügten am Montag rosafarbene Holzkreuze in verschiedenen Größen zusammen. Sie werden vor Haustüren und Hoftoren ihren Platz finden und dem Betrachter deutlich machen, dass die dort lebenden Einwohner die Erweiterung der Schweinemast in Wasmerslage ablehnen.

Das Anfertigen von Kreuzen bleibt keine Einmal-Angelegenheit. Und hat Vorbildwirkung. So wünscht sich die BI möglichst viele Kreuz-Nachmacher. Auf Anfrage und gegen eine Spende, die mithelfen würde, weitere Aktionen gegen die Schweinemast-Erweiterung zu finanzieren, gibt die BI auch das eine oder andere Kreuz ab. Absatzschwierigkeiten sind nicht zu erwarten. Nach der gefühlten Stimmungslage dürfte die Nachfrage nach dem Symbol eher riesig sein. Denn angefangen von möglichen Belastungen des Grund- und Oberflächenwassers über Geruchsbeeinträchtigungen bis hin zu einer enormen Zunahme des Lkw-Verkehrs – was da mit einer Erweiterung des Mast-Standortes über die Region hereinbrechen würde, bereitet vielen Einwohnern Sorge.

Dementsprechend sieht die BI großes Potenzial, den Protest gegen die Pläne der Mesa Agrar GmbH auf noch mehr Füße zu stellen. Und setzt darauf, dass die rosafarbenen Hingucker auch dazu beitragen, weitere Einwohner für den aktiven Widerstand zu gewinnen. Von politischen Entscheidungsträgern wie dem Stendaler Landrat Carsten Wulfänger (CDU) oder Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) zeigte sich Helmut Sasse dagegen enttäuscht. Während Osterburgs Bürgermeister Nico Schulz (CDU) und faktisch der gesamte Stadtrat der Mast-Erweiterung den Kampf angesagt habe, bliebe es in Stendal und Magdeburg still. „Setzt die Mesa Agrar GmbH ihre Pläne um, gefährdet das unsere gewohnte Lebensqualität. Ich verstehe nicht, dass Landkreis und Landesregierung dieses Unternehmen dabei gewähren lässt und einfach nur zuschauen“, kritisierte Helmut Sasse.