Orgel rückt in den Fokus

Seehäuser Kantorin bittet zum „Tag der Orgel“

Orgelbau und Orgelmusik sind von der UNESCO als immaterielles Weltkulturerbe anerkannt. Die Orgel ist 2021 das von den Landesmusikräten ausgerufene Instrument des Jahres. Jetzt organisiert die Seehäuser Kantorin in der Region deshalb einen Tag der Orgel. Und zwar mit einer musikalische Tour zu 15 spielbaren Kircheninstrumenten im Raum Arendsee-Seehausen.

Von Ralf Franke 11.08.2021, 05:44
Wohl nicht von ungefähr findet sich die Lütkemüllerorgel in der Petrikirche Seehausen sozusagen als krönender Abschluss des Tags der Orgel in der Kirchenmusikregion ?ArendSEEhausen? am Ende der Liste von 15 spielbaren Orgeln wieder.
Wohl nicht von ungefähr findet sich die Lütkemüllerorgel in der Petrikirche Seehausen sozusagen als krönender Abschluss des Tags der Orgel in der Kirchenmusikregion ?ArendSEEhausen? am Ende der Liste von 15 spielbaren Orgeln wieder. Foto: Ralf Franke

Seehausen - Um Werbung für die Musik und das Musizieren zu machen, hob der Landesmusikrat Schleswig-Holstein 2008 das Projekt „Instrument des Jahres“ aus der Taufe. Seit dem rücken Landesmusikräte alle zwölf Monate ein anderes Instrument in den Fokus der Öffentlichkeit. In diesem Jahr ist die Orgel an der Reihe.

Der Landesmusikrat Sachsen-Anhalt spielt in der Liste der beteiligten Gremien offenbar (noch) keine große Rolle, aber die Evangelische Kirche Mitteldeutschland bewirbt das Jahr der Orgel. Für die Seehäuser Regionalkantorin Sophie-Charlotte Sasse war die Auswahl des Instrumentes Grund, für Sonnabend, 18. September, einen „Tag der Orgel“ auszurufen, den sie mit einer Konzertreihe beziehungsweise Konzertreise über 15 Städte und Dörfer in ihrem Wirkungsbereich verbindet. Darunter sind die Orte zu finden, in denen regelmäßig Konzerte an der Königin der Instrumente stattfinden, aber auch Orte, die noch nicht oder nicht mehr ins Gedächtnis der Musikfreunde eingebrannt sind, die aber trotzdem über erhaltenswerte Orgeln verfügen.

Alle Orgeln in der Region, zwischen A wie Arendsee und Z wie Zehren, die noch spielbar sind, sollen erklingen, was am Ende auch eine logistische Herausforderung ist, da die Fahrten mit den Pkw ebenso wie die Aktionen vor Ort zu koordinieren sind. Denn mit unter ist es mit einem kurzen Anspielen der Kircheninstrumente nicht getan. Es gibt auch Infos zu den Orgeln, die oft einer Restauration bedürfen. Überdies sind kulinarische Pausen vorgesehen. Einzelheiten werden allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt der Planungen in einem eigenen Flyer veröffentlicht, so die Kantorin in einer ersten Pressemitteilung.

So viel steht indes fest: Die Tour soll 10 Uhr in der Dorfkirche Kläden mit einer Orgelandacht beginnen, über die Dörfer bis nach Arendsee führen, bevor es später über Groß Garz in den Raum Seehausen geht. Das Ende wird nach Zwischenstopps zum Beispiel in der Nikolauskirche Beuster gegen 21.30 Uhr in Seehausen mit Klängen der Lütkemüller-Orgel in der Petrikirche eingeläutet. Der Tag der Orgel soll mit einem Nachtgebet im Kerzenschein sowie bei Rotwein und Käse ausklingen.

Nach diversen Streich- und Blasinstrumenten ist die Orgel übrigens als erste Tasteninstrument an der Reihe. Mit einem Zitat von Prof. Dr. Christoph Wulf, Deutsche UNESCO-Kommission, schließt die Kantorin ihre Einladung: „Jede Orgel ist ein Unikat, weil sie einzig für den architektonischen Raum erbaut wird, in dem sie erklingen soll. Das für den Orgelbau und die Orgelmusik notwendige hochspezialisierte Wissen und die besonderen Fertigkeiten wurden von Handwerkern, Komponisten und Musikern über Jahrtausende entwickelt.“