Osterburg l Das Übergangsbüro im Verwaltungsgebäude Ernst-Thälmann-Straße 10 ist eben ein Übergangsbüro. Aileen Hilbring, die neue Quartiersmanagerin für das Altneubaugebiet und die Ortschaften Flessau, Ballerstedt und Erxleben, hat sich dort nicht wirklich eingerichtet. „Ich konnte noch nicht alles bestellen. Es muss ja dann wieder rüber in die Melkerstraße“, sagt die 34-Jährige. Dort, in der ehemaligen Physiotherapie neben dem Dänischen Bettenlager, entsteht das Quartiersbüro. Der 1. Dezember als Umzugstermin kann allerdings nicht gehalten werden. „Ich hoffe jetzt ganz doll auf Januar“, sagt Aileen Hilbring, die ihre Arbeit im September aufnahm.

Angst vor Doppelstrukturen

Das Büro ist noch nicht fertig, aber das war es dann auch schon an Sorgenfalten bei der Kümmerin. Sie strahlt ansonsten übers ganze Gesicht, „ich bin hier sehr herzlich empfangen worden“. Von Ortsbürgermeistern, von Netzwerkpartnern wie den Wohnungsvermietern, der Deutschen Angestellten Akademie (DAA) oder der Volkssolidaridarität. Wenn der Kümmerin immer wieder eine Sorge begegnet ist, dann die, „dass durch das Quartiersmanagemet eine Doppelstruktur aufgebaut wird. Das war wirklich eine offene Frage“. Und Aileen Hilbring sagt ganz entschieden: „Nein, Doppelstrukturen brauchen wir nicht.“ Gerade was die Volkssolidarität betrifft, betont Aileen Hilbring, „dass wir natürlich am selben Strang ziehen“. Es sei schon vereinbart, dass sich die Kümmerin und die Leiterin der Volkssolidarität, Sylvia Kmieciak, den Senioren auch mal gemeinsam präsentieren. „Damit sie wissen, wir gehören zusammen.“

Auch einfach nur Kaffeeklatsch

Es gehe darum, jene Senioren vor allem aus dem Altneubaugebiet abzuholen, die bisher eher in ihrem stillen Kämmerlein leben. Und für die anderen wird das Angebot eben erweitert. Das Quartiersbüro soll zum Einen eine Beratungsstelle direkt im Wohnquartier sein. Ob es um Anträge für barrierefreies Wohnen geht, um Pflegestufen oder andere Nöte: „Ich habe feste Sprechzeiten, helfe dann selbst oder weiß, woher die Betroffenen Hilfe bekommen.“ Im Quartiersbüro entsteht darüberhinaus ein Begegnungsraum, für Sonntagsbrunch, eine Augenschulung, Sport, Kino oder sonstiges. „Es geht auch um den einfachen Kaffeeklatsch, es braucht nicht jedes Mal einen Frontalvortrag dazu“, sagt die Physiotherapeutin und studierte Rehabilitationspsychologin. Sie äußert selbst Ideen, möchte aber vor allem aus den Senioren herauskitzeln, was sie möchten.

Ehrenamtliche dringend gesucht

Was das Quartiersmanagement unbedingt brauche, seien Ehrenamtliche. Erstens welche, die das Quartiersbüro mit unterstützen, indem sie zum Beispiel bei einer Veranstaltung eine Stunde früher kommen und schon mal Kaffee kochen. Und Ehrenamtliche, die sich im Sinne der Nachbarschaftshilfe gegen eine Aufwandsentschädigung um Einkäufe von Anwohnern kümmern, sie zum Arzt fahren oder den Balkon winterfest machen ...

Die Seehäuserin Aileen Hilbring versteht sich als Anstoßerin, Netzwerkerin, Organisatorin, aber das Quartiersmanagement baut auf vorhandene Strukturen – und ehrenamtliche Hilfe auf. Auch deswegen, weil es in dieser Form auf drei oder fünf Jahre begrenzt ist. Dann müssen die Strukturen stehen.

Für Flessau, Ballerstedt und Erxleben stehen die Dorfgemeinschaftshäuser als Orte der Begegnung fest und für Flessau auch schon die Büro-Öffnungszeit ab Januar: dienstags von 9 bis 12  Uhr. „Durch Corona hat sich natürlich einiges verzögert“, sagt Eileen Hilbring und verrät, dass die Bezeichnung Kümmerin ganz verschieden aufgenommen wird. Spaßeshalber hat die Kümmerin auch mal die Kümmerin gegoogelt. „Ein Kümmerer ist in der Jägersprache Wild mit schlecht entwickeltem Geweih“, sagt sie und lacht. „Das gilt aber nicht für uns, ich möchte, dass das hier richtig gut wird.“

Kontakt zur Kümmerin: 0160/96 97 56 56