Neukirchen l Eckhardt Sieg und Heinz Martin starben noch vor ihrem 18. Geburtstag, geboren 1928, Tod 1945. Auch Feldwebel Herbert Lublitz wurde keine 40 Jahre alt. Drei Opfer des Zweiten Weltkrieges. In Neukirchen wird erzählt, dass die Männer erschossen am Deich vorgefunden wurden. „Sie sollen aus dem Wendland stammen, aber das wissen wir nicht genau“, betont Wische-Bürgermeister Willi Hamann (parteilos). Gewiss indes, dass die Gemeinde sich qua Auftrag der Bundesrepublik Deutschland um ihre Soldatengräber auf dem Neukirchener kirchlichen Friedhof kümmern muss. „Und da war es jetzt an der Zeit, etwas zu tun, vor allem brauchte es neue Kreuze“, so Hamann.

Die Neukirchener Soldatengräber befinden sich an der Westseite der Friedhofskapelle, links Feldwebel Lublitz, mittig Eckhardt Sieg, rechts Heinz Martin. Gemeindearbeiter Jens-Uwe Schneider barg die Holzkreuze und nahm sie als Vorlage für die neuen. „Sie sind wieder aus Eichenholz, haben genau dieselbe Form“, so der Lichterfelder, der nach dem Bau der neuen Kreuze gar die alte Schrift abpauste und dann – im Gegensatz zu früher – die Namen nicht nur aufs Holz schrieb, sondern sie einfräste. „So hält es noch länger.“ Für einen längeren Halt wurden die Kreuze überdies leicht einbetoniert.

Auf den eingefassten Grabstellen darunter liegen schlichte Steine und auf ihnen aktuell drei gleiche Gestecke – für jedes Grab eines. Das erfreut und verwundert doch ein bisschen, denn weder Jens-Uwe Schneider noch der Bürgermeister wissen, wer das Grün dort abgelegt hat. Usus sei das bei den Soldatengräbern auf dem Friedhof Neukirchen jedenfalls nicht, auch nicht an Totensonntag, sagt Rolf Günther, der 26 Jahre Kirchenältester war. „Das wäre mir bestimmt aufgefallen, da lag meines Erachtens nie etwas.“ Rolf Günther erinnert sich bei der Gelegenheit an einen Mann, der ihn vor ein paar Jahren nach den Gräbern befragt hatte und auch Fotos von ihnen machte. „Er hatte Ahnung, wollte dazu forschen, aber ich weiß leider den Namen nicht mehr“, so Günther.

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Die drei Neukirchener Soldatengräber sind nicht die einzigen in der Verbandsgemeinde Seehausen. Wie VG-Bürgermeister Rüdiger Kloth (Freie Wähler) mitteilt, gibt es noch ein einzelnes Soldatengrab in Losse und ein mit fünf Kriegstoten belegtes Sammelgrab in Wanzer. „Das sind jedenfalls die offiziell aufgeführten“, sagt Kloth. Ein Name auf den Neukirchener Soldatenkreuzen war nicht mehr lesbar. Dank der Akten der Kommune konnte Gemeindearbeiter Jens-Uwe Schneider ihn vervollständigen.