Seehausen l Die Idee zur Sommerkunstmeile hatte Christina Kloss aus Wanzer, die sozusagen eine Initiative ihres Mannes Bernd aufgriff. Während er seinerzeit den singenden und Akkordeon spielenden Handwerksmeister Werner Jose für die Umrahmung des Seehäuser Wochenmarktes gewinnen konnte, begeisterte sie erst Claudia Preuschoff (Sprecherin der Einzelhändler) und schließlich ihre Kolleginnen und -kollegen der Malgruppen Krüden und Seehausen, eine Auswahl ihrer Werke auf einer ganz großen Bühne zu präsentieren. Nämlich nicht nur in einer Institution, sondern in Läden der Innenstadt im Bereich Große Brüderstraße, Am Markt und Mühlenstraße.

Der Hintergedanke war quasi derselbe, der ihren Mann seinerzeit aktiv werden ließ: Mehr Leben in die City bringen. Vor allem jetzt im Sommer, wenn viele Leute im Urlaub sind, andere einen Einkaufsbummel wegen der Temperaturen oder aus anderen Gründen scheuen und die Hansestadt etwas zu verwaisen droht. „Einkaufen im Fachhandel, eine Tasse Kaffee oder ein Eis im Café genießen, vielleicht kurz mal schwimmen im Waldbad mit anschließendem Schaufensterbummel – bewusst wahrnehmen und wertschätzen, was die Stadt Seehausen zu bieten hat. Dazu wollen wir beitragen und animieren“, hieß es in der Einladung der Malweiber aus Krüden und der Malgruppe Seehausen.

Die teils käuflichen Bilder von elf Künstlern sind in 17 Ladenlokalen der Stadt erst einmal bis zum Ende des Monats zu sehen. Bei guter Resonanz könnte es 2018 eine neue Auflage geben, deutete Christina Kloss bei der Begrüßung auf dem Platz Am Markt an. Einen Titel hat die Ausstellung nicht. Techniken und Motive gehen sozusagen quer Beet. Man habe sich aber bemüht, passende Bilder in die Läden und Schaufenster zu bekommen und sei auf sehr entgegenkommende Besitzer oder Mieter gestoßen, die sich oft selbst aktiv in die Dekoration einbrachten oder aber den Künstlerinnen und Künstlern vertrauensvoll freie Hand ließen.

Es sind sogar ein paar Werke des verstorbenen Ehrenbürgers Franz Kröhan dabei, der einst den Heimatverein und die Heimatstube mit aus der Taufe hob. Letzterer sollen auch die Einnahmen aus Kröhans Bildern zugute kommen.

Nicht nur die Aussteller waren begeistert, sondern auch der Bürgermeister der Hansestadt Seehausen, der anregte, vielleicht leere Läden mit einzubeziehen, damit diese Ecken auch belebt werden. Bei den Künstlern rannte er damit offene Türen ein.