Seehausen l Am Freitag absolvieren die Zehntklässler der Gemeinschaftsschule Seehausen ihren letzten Unterrichtstag. Es ist Tradition, dass die Jugendlichen nicht nur im Gedächtnis ihrer Lehrer sondern auch materiell einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Sowohl in Sachen Größe und Gewicht als auch bei der Originalität übertrifft der 2017er Jahrgang mit seinem Abschiedsgeschenk wohl alles Dagewesene. Die 10 a und b hinterlassen nämlich eine Sonnenuhr.

Und zwar nicht nur der Schule, sondern der ganzen Hansestadt und deren Gästen, die der Weg zum Grünen Klassenzimmer hinter der Stadtinfo am Umfluter führt. Mit dem Grünen Klassenzimmer schließt sich zumindest für die 10 a ein Kreis. Denn die Klasse war unter der Regie von Ideengeberin Sabine Fehland vor sechs Jahren mit dabei, als der Platz Gestalt annahm.

Sonnenuhr aus Findling

Bevor der besonders ausstaffierte 1,6 Tonnen schwere Findling offiziell seiner Bestimmung übergeben wird, wurde der eiszeitliche Fels am gestrigen Donnerstag mit Hilfe von Stadtarbeiter Ralf Näbsch und der Firma Marcus Goltz, die den Stein zu einem Freundschaftspreis endbearbeitete und nach Seehausen transportierte, an seinem Platz aufgestellt und eingenordet.

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Wobei das Einnivellieren etwas komplizierter ist, weil neben der Himmelsrichtung auch der Winkel der Schatten werfenden Stange stimmen muss, damit die Seehäuser mit Hilfe des Sonnenstandes wissen, welche Stunde „geschlagen“ hat. Die Berechnungen waren die richtige Herausforderung für Mathe- und Physiklehrerin Anke Piehl, die das mit Hilfe ihrer Tochter erledigte, erklärte Elternvertreterin Sabine Bieschewski. Die Seehäuserin hatte auch die zündende Idee, die die beiden Abschlussklassen begeisterte.

Unterstützung durch Betriebe

Der Erfolg war letztlich der Verdienst vieler „Väter“, was auch nötig war, weil der Umfang des Projekt nicht unbeträchtlich ist und die Kosten auf das finanzielle Vermögen der Jugendlichen gestutzt werden mussten. Weshalb nicht nur das Entgegenkommen der Natursteinfirma, sondern auch der verzinkte Stundenzeiger von Graepel, die Steinmetzfähigkeiten von Jörg Fliege, der Schriftzug von J. J. Lasertechnik Stendal oder die logistischen Möglichkeiten des Rittergutes Bretsch zum Finden des Findlings gerade recht kamen, freute sich gestern Sabine Bieschewski über den künftigen Hingucker.

Das Geschenk verursacht bei sachgemäßen Gebrauch übrigens keine Folgekosten. Mal eben mitnehmen wird die Uhr auch niemand, weil sie etwas opulent am Handgelenk wirken würde. Einzige Unbekannte in der Rechnung sind Rowdys, die den Stein für sich entdecken könnten.