Osterburg l Bis 2024 soll in Osterburg ein Denkmal entstehen, das auf dem gleichnamigen Platz an den Osterburger „Spargelvater“ August Huchel und die Spargelanbau-Tradition der Region erinnert. Ortspolitiker Thorsten Schulz (WG Land), der das Projekt angestoßen hat, sowie Ortsbürgermeister Klaus-Peter Gose haben bei diesen Gedankengängen eine Mehrheit der Ortschaftsräte hinter sich. Bei der Vorarbeit für das Denkmal scheint das Projekt dennoch wieder ganz auf Anfang gestellt.

Die ursprüngliche Idee, eine bronzene „ovale Spargelschale mit mehr als sieben Stangen nebst Spargelheber“ zu schaffen, spielte schon länger keine Rolle mehr, weil sich die Finanzierungshoffnungen über einen 7500 Euro hohen Betrag aus dem Fördertopf der Städtebausanierung zerschlugen.

Ein alternativer Vorschlag der Querstedter Künstlerin Marlen Liebau, auf dem Platz eine abstrakte, aufrecht stehende Darstellung von mehreren „Spargelstangen“ in der Spanne von 2,50 Meter bis 3,50 Meter aufzubauen, die dank aufgesetzter „Solarkugeln“ an ihrer Spitze nachts dezent leuchten würden, war bei seiner Vorstellung im Herbst 2019 von den Ortspolitikern verhalten aufgenommen worden.

Und auch ein Osterburger Gegenstück zum menschengroßen Abbild einer Spargelstecherin, an dem Gose und Schulz bei einem Besuch in Walbeck am Niederrhein Gefallen gefunden hatten, dürfte sich vor allem aus finanziellen Gründen zumindest fürs erste aus der Diskussion verabschiedet haben. Bei einer von einem professionellen Künstler zu schaffenden Bronzearbeit wäre nach Angaben aus Walbeck wohl mit einem Kostenrahmen von 30 000 bis 35 000 Euro zu rechnen.

Der Ortschaftsrat brachte deshalb eine neue Überlegung ins Spiel. Er möchte bei der Ideen­suche und Gestaltung eines Spargeldenkmals das Markgraf-Albrecht-Gymnasium einbeziehen, kündigte der Ortsbürgermeister an. Gose zeigte sich optimistisch, dass es am Gymnasium Schülerinnen und Schüler gebe, die das Thema Spargel und Huchel, beispielsweise in Form einer Bronzeplastik, künstlerisch interpretieren und abbilden könnten und die sich für diese Idee begeistern würden. Die Finanzierung soll über Spendengelder abgesichert werden.

Mit einem Denkmal, dass das Edelgemüse ins Schaufenster setzt und an die von Huchel gegründete Deutsche Spargelhochzuchtgesellschaft erinnert, kann sich auch Jürgen Emanuel (Die Linke) anfreunden. Ein Denkmal für August Huchel lehnt das Ortschaftsratsmitglied aber ab, „weil er in meinen Augen durch seine Vergangenheit im Dritten Reich umstritten ist“. Noch dazu halte er den Spargel-Fachmann durch den Platz-Namen sowie einen Gedenkstein vor seinem früheren Wohnhaus schon für bestens gewürdigt, fügt Emanuel hinzu.

Auf Forderung des Linkspolitikers will Gose Nachforschungen über August Huchels Zeit im Dritten Reich anstellen. Laut Osterburgs Kreismuseumsleiter Frank Hoche gebe es keine Erkenntnisse, die den im Zweiten Weltkrieg als Offizier bei der Luftwaffe eingesetzten August Huchel mit Kriegs- und Naziverbrechen in Verbindung bringen. Ebenso liege über eine Mitgliedschaft Huchels in der Nazipartei NSDAP nichts vor. Schließlich spreche für August Huchel auch, „dass sein Name nicht in der Liste der Personen auftaucht, die nach dem Zweiten Weltkrieg im Kreis Osterburg als Nazi- und Kriegsverbrecher enteignet wurden“, macht der Museumschef deutlich.