Stapel l Welche Anziehungskraft der Spielplatz besitzt, zeigte das Einweihungszeremoniell am Sonnabendnachmittag deutlich auf. Zu dieser kleinen Feier, an deren Vorbereitung maßgeblich auch die Feuerwehr des Dorfes beteiligt war, kam mindestens die Hälfte der gut 150 großen und kleinen Einwohner an der Gartenstraße zusammen. Auch der Seehäuser Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth, Höhe-Bürgermeister Bernd Prange und das Stapeler Gemeinderatsmitglied Karl Elling waren vor Ort.

Und es ist bisher selten gewesen, dass die Kirche in einem kleinen Familiengottesdienst um Gottes Segen für einen Spielplatz und jene, die ihn nutzen, bittet. Pfarrer Matthias Kruppke aus Kossebau, zu dessen Kirchspiel Stapel gehört, tat es und zwar zum Thema Kinderrechte. So begann die Einweihung mit dem Geläut der van-Wou-Glocke von 1492 vom Turm des Gotteshauses. In seinem Gebet wandte sich Kruppke an Gott unter anderem mit den Worten: „Herr wir bitten, lass hier immer wieder Kinder mit ihren Familien zusammenkommen und fröhlich spielen und sich erholen. Sei du mit deinem Segen bei allen, die diesen Spielplatz nutzen.“ Der Pfarrer hatte den Text des Liedes „Ein Kinderleben lang“ verteilen lassen und so sangen alle erwachsenen Anwesenden das Lied von den zehn Kinderrechten, die die Gemeindepädagogin Karin Koßbau dann den Besuchern an Hand von Bildertafeln erläuterte, unter stützt von den Kindern Maja Oesemann und Hanna Hartmann. So gehören zu den Kinderrechten unter anderem das Recht auf Gleichberechtigung, gesund in Geborgenheit und ohne Not zu leben, zu spielen, sich zu erholen, auf Schutz vor Gewalt und Missbrauch, auf Lernen und Ausbildung und, wenn sie behindert sind, auf besondere Fürsorge. Der Gottesdienst endete mit dem Start von Luftballons mit Grußpostkarten von diesem Ereignis.

Bernd Prange äußerte, dass der Stapeler Spielplatz in der Gemeinde der kostspieligste geworden sei, 82.000 Euro seien investiert worden. Dazu habe es noch Fördermittel aus dem Dorferneuerungsprogramm gegeben. Karl Elling berichtete, dass der in allen Dingen im Ort sehr rührige Sascha Wunderlich der Ideengeber für den Spielplatz, der nun auf dem Gelände eines früheren Feuerlöschteiches und der „Kuhle“ entstanden ist, gewesen sei. In der Gemeinde Altmärkische Höhe sei Stapel der Ort mit den meisten kleinen Kindern. „Es gibt derzeit keine leer stehenden Häuser; vor allem junge Familien siedeln sich hier an.“

Bilder

Nach der Verfüllung der Senke sei im vergangenen Jahr mit der Planung begonnen worden, so Elling weiter, „und in diesem Frühjahr begann eine für solche Vorhaben lizensierte Firma aus Schrampe mit den Arbeiten. Allerdings hatten mehrere Wochen feuchtes Wetter die Tätigkeit der Bauleute bald stocken lassen. Jetzt sieht es noch kahl um die Geräte aus, und bei Wind geht der aufgebrachte Sand auf Reisen – durch die lange Trockenheit ist die Rasensaat leider nicht aufgegangen.“

Nach dem Gottesdienst begann das fröhliche Treiben, von dem Pfarrer Matthias Kruppke gesprochen hatte. Die Kinder nahmen sofort die Spielgeräte wie das große Klettergerüst, die Schaukeln, die Rutsche und das Geschicklichkeitsspiel in Besitz. An einem Glücksrad konnten Preise gewonnen werden. Es gab Kaffee und Kuchen und gegen Abend Leckeres vom Grill.