Gladigau l  Es war der dritte Sprachentag, den der Landesheimatbund in Zusammenarbeit mit dem Altmärkischen Heimatbund auf die Beine stellte. Nach Hermsdorf in der Börde und Wernigerode am Harz war nun die Wahl auf Gladigau gefallen. Der Nachmittag wurde von vielen Mitwirkenden vom Grundschul- bis zum Seniorenalter mit einem literarisch-musikalischen Programm gestaltet.

Eröffnet wurde es vom Gladigauer Kirchenchor mit Frühlingsliedern und der Posaunenchor des Dorfes beschloss es mit seiner Darbietung. Sprachwissenschaftlerin Dr. Saskia Luther, Referentin beim Landesheimatbund, begrüßte einige Ehrengäste, darunter Dr. Ursula Föller von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Einheitsgemeinde-Bürgermeister Nico Schulz und den Gladigauer Ortschef Matthias Müller. Norbert Lazay, Vorsitzender des Altmärkischen Heimatbundes, überbrachte Grüße vom Landesheimatbund.

Dem Publikum präsentierten sich mit ihren Vorträgen Freunde verschiedener niederdeutscher Mundarten aus Altmark, Börde und Mitteldeutschland (Dessau-Roßlau). Die von Heike Kurtze geleitete Arbeitsgemeinschaft „Plattschnacker“ der Grundschule Flessau ließ mit ihren Liedern, Gedichten, Sprichwörtern und dem „Höltentüffeltanz“ erkennen, dass den Kindern Platt Spaß macht.

Gerschichten von Fritz Hagen

Ursula Müller, die die Gladigauer Plattdeutsche Sommerschule leitet, las heitere Geschichten aus dem Nachlass des unlängst verstorbenen Mundartdichters Fritz Hagen. Annemarie Kurtze aus Deutsch, Tochter von Heike Kurtze, hat von den Großeltern und in der Flessauer AG Plattdeutsch gelernt, bei einem Theaterwettbewerb in Magdeburg den ersten Preis gewonnen, Landwirtschaft studiert und arbeitet auf dem elterlichen Bauernhof. Wie sich das Leben dort abspielt, schilderte sie auf vergnügliche Weise.

Markus Benecke, Schüler des Markgraf-Albrecht-Gymnasiums Osterburg, las die heitere Geschichte „Jünter“ von Helga Albert, in der es im Unterricht auf witzige Weise zwischen dem Schüler Günter und seinem Lehrer zu Irritationen im Gebrauch der Buchstaben J und G kommt.

Der Osterburger Schriftsteller Eckhard Erxleben trug Passagen aus seinem nun ins Plattdeutsche übertragene Kinderbuch „De-Hurzel-Purzel-Gode-Nacht-Jeschicht“ vor. Er habe sich erst einmal in die Mundart reinfuchsen und das plattdeutsche Sprachgefühl bekommen müssen, berichtete Erxleben. „Da hatte ich prima Unterstützung von der Stendalerin Ursula Böwe.“

Joshua Leitz aus Schmersau philosophierte über die Luft, sei sie dick, dünn oder knapp. Weitere Beiträge kamen von Helga Albert aus Osterburg, August Lüdecke aus Dewitz, Vertretern der Mundartgruppe „Martin Ehlis“ aus Salzwedel und Dorita König aus Mieste.