Notsicherung

Stadt rettet Häuser vor dem Verfall

An der Breiten Straße in Osterburg schreiten Sicherungsarbeiten an zwei Häusern voran. Die Stadt will sie vor dem Verfall bewahren.

Von Nico Maß

Osterburg l In und an dem vermutlich aus dem 19. Jahrhunert stammenden Gebäude Breite Straße 61 haben Bauleute seit Ende 2017 eine stattliche Maßnahmenliste abzuarbeiten. Sie legen Hand an die Fachwerkkonstruktion und das Dachtragewerk, bauen neue Fenster und Türen ein, decken das Dach. „Und auch der zum Teil eingestürzte Keller wird zukünftig wieder vernünftig nutzbar sein“, berichtete Matthias Köberle. „Dabei handelt es sich aber nicht um einen Ausbau, wir sichern lediglich die Rohbausubstanz“, betonte er. Das deckt sich mit den Vorgaben eines Notsicherungsprogramms, das Land und Bund aufgelegt haben. Auf diesen Fördertopf greift die Einheitsgemeinde bei der Sicherung der Breiten Straße 61 zurück. Dank dieser Unterstützung bleibt das Gebäude vor dem Verfall bewahrt, in diesen Tagen zeichnen sich sogar schon neue Perspektiven ab. Derzeit sei zwar noch nicht abzusehen, welchen Verwendungszweck das Haus einmal haben wird, „Nachfragen von potenziellen Kaufinteressenten gibt es aber schon jetzt“, machte Köberle deutlich.

Der Bauamtsleiter ist überzeugt: Anders als bei dem nur eine Handvoll Meter entfernt liegenden Lies-Haus, für das die Kommune noch immer einen neuen Besitzer sucht, dürfte sich dieses Gebäude nicht zum Ladenhüter entwickeln. Der Grund: Während das Lies-Haus über kein angrenzendes Grundstück verfügt, schließt sich an dem Gebäude Breite Straße 61 eine Fläche an, die Ende 2017 im Zuge der Notsicherung bereits von maroden Nebengelassen befreit wurde.

Die Arbeiten, die die Kommune Hand in Hand mit der Denkmalschutzbehörde umsetzt, schließlich handelt es sich bei dem Gebäude um ein Einzeldenkmal, nähern sich allmählich ihrem Ende. Im Wesentlichen sollen sie im August zum Abschluss gelangen, schätzte der Bauamtsleiter ein. Ruhe kehrt auf dem Areal aber nicht ein. Denn längst ist das unmittelbare Nachbargebäude Breite Straße 63 ins Blickfeld gerückt. Auch dieses Haus möchte die Einheitsgemeinde vor dem Verfall retten und hat es deshalb aus privater Hand erworben. „Dort wollen wir mit Unterstützung des Notsicherungsprogramms ähnliche Maßnahmen wie in der Breiten Straße 61 vornehmen, um die Rohbausubstanz zu sichern“, kündigte Köberle an. Das Gebäude steht ebenfalls unter Denkmalschutz, Indizien lassen sogar vermuten, dass zumindest Teile des Hauses aus dem 18. Jahrhundert stammen oder sogar noch älter sind. Klar, dass die Kommune auch bei der anvisierten „Frischzellenkur“ für dieses Objekt eng mit den Denkmalschützern zusammenarbeite, machte Köberle deutlich. Die Maßnahme dürften sich bis in das nächste Jahr ziehen, so der Bauamtsleiter, der dem Haus nach erfolgter Sicherung seiner Substanz eine ähnliche Attraktivität zugesteht wie der Breiten Straße 61. Ebenso mit einem Grundstück versehen, dürfte es an potenziellen Interessenten nicht mangeln.