Seehausen l Immer hat Norbert Schwellnuss den Wettbewerb um den schwersten Kürbis nicht gewonnen, aber von den nunmehr 16 Seehäuser Kürbisfesten waren es schon „ganz schön viele“. Der Mann aus Kläden bei Stendal hatte am Sonnabend abermals gut lachen am Seehäuser Umfluter, die Waage zeigte 275 Kilogramm an, als sein Monster in die Höhe gezogen wurde. Das wird nicht mehr getoppt, murmelten sogleich mehrere Zuschauer. Und sie hatten recht. Aber wie macht dieser Mann das? Humus und Mist als Grund, etwas extra Dünger, ordentlich Wasser und das richtige Auge für den einen Kürbis, der am Ende als einziger der Pflanze weiterwachsen darf. „Naja, und die Sorte ist es auch“, sagte Schwellnuss. „Das geht nur mit Atlantic Giant.“ Im letzten Jahr bescherte die „Giant“ ihm seinen persönlichen Rekord: nämlich 302 Kilogramm.

Auch Schwellnuss‘ Frau Christiane war wieder in Seehausen mit dabei. Ihr Kürbis wog 98 Kilogramm. Wann entscheidet sich denn, wer welchen bekommt? Da musste die Ehefrau lachen, „er kriegt es schon immer wieder so hin, dass seiner der größte ist“.

Spaß hat‘s also gemacht, das Seehäuser Kürbisfest. Auch den Kindern, die in den Läden der Einzelhändler schöne Sonnenblumen malten, der unabhängigen Jury, die für Kürbisgerichte Punkte verteilen durfte, den Besuchern, die hier und da und dort etwas zu staunen, kaufen oder naschen vorfanden. Nicht schlecht gestaunt hat auch Stadtinfo-Leiterin Ingrid Jabke, als ihr aus den Händen von Hans-Joachim Hildebrandt zwei Kisten Äpfel aus den Seehäuser Tafelgärten vorbeigebracht wurden. „Wir können den Seehäuser Kita-Kindern so am Montag 30 Liter Saft vorbeibringen.“

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Die Hängewaage

Ingrid Jabke war es auch, die akribisch notierte, wie viel welcher Kürbis von wem wiegt, Jens Rozynek bediente die Getreide-Dezimalwaage, die allerdings „nur“ bis 200 Kilogramm zählte. Alles darüberhinaus musste an die „Hängewaage“.

Schwerster Kürbis, leckerstes Gericht, tollstes Bild – gar nicht so einfach, da am Stand der Stadt Seehausen sogleich das richtige Präsent für jeden zu finden. Es wurden ja nicht nur die Sieger bedacht. Hauptpreis für den schwersten Kürbis, also für Ehepaar Schwellnuss, war ein hochwertiger Entsafter. Katharina Fischer, die für den Stand der Kirchengemeinde leckerstes Kürbisbrot gebacken hatte, verließ das Kürbisfest mit einer guten Moulinette unterm Arm.

Kirche, Seehäuser Handballer, Schüler des Osterburger Gymnasiums – derart hatten abseits der Händler viele Vereine oder Vereinigungen einen eigenen Stand. Die MAG-Elftklässler Anna Kusch, Marlene Sohst, Aaron Schaarschmidt und Jannis Adrian brachten etwa Marmelade „von den Muttis“ an die Besucher, punkteten aber vor allem mit ihrem „Langos“. „Wir nehmen schon Geld für unseren Abiball 2021 ein“, sagte Anna Kusch. „Fürs Programm, für das Essen, damit die Karten so günstig wie möglich werden.“

Apropos günstig, günstiger hätte das Wetter wirklich nicht sein können. Viel Sonne, kaum ein Lüftchen. Vermutlich gibt es so etwas wie einen Kürbisgott oder doch einen, der ab und an diejenigen belohnt, die vor der eigenen Haustür etwas auf die Beine stellen.