Seehausen l Wenn eine Kommune Straßen sanieren kann oder von anderen Baulastträgern erneuert bekommt, sorgt das bei den Betroffenen eigentlich für Erleichterung. In Seehausen sollten in diesem Jahr ursprünglich gleich mehrere Vorhaben in einem engen Zeitfenster über die Bühne gehen, was ohne Zweifel für umfangreiche Beeinträchtigungen durch Umleitungsverkehr gesorgt hätte. Bürgermeister Detlef Neumann und der Stadtrat befürchteten schon ein regelrechtes Verkehrschaos.

Inzwischen entspannt sich die Lage allerdings deutlich, nachdem die nördliche Niederlassung der Landesstraßenbaubehörde in Stendal signalisiert hat, sowohl die nächste Etappe für die Sanierung der B 189 an Seehausen vorbei als auch den geplanten Bau des Kreisvekehrs an der Zollbrücke am Stadtrand auf das nächste Jahr zu verschieben.

Vor allem für die Belagserneuerung auf der Bundesstraße hätte es die Lindenstraße als Umleitungsstrecke gebraucht. Doch dort will der Wasserverband Stendal-Osterburg (WVSO) zwischen dem Schillerhain und dem Köppenberg in den kommenden Monaten die Abwasserleitungen erneuern. Dass das nicht ohne ist, bewiesen 2019 die Rohrverlegungen im Lindenstraßen-Abschnitt zwischen der Waldemar-Estel-Straße und dem Schillerhain (wir berichteten).

Der Zweckverband steht auch weiter zu seinem Vorhaben. Ohne bislang einen genauen Termin nennen zu können, hieß es auf Anfrage der Volksstimme, dass die Tiefbauarbeiten im Sommer starten und sich wahrscheinlich bis zum Jahresende hinziehen werden.

Dass das Land zudem den Bau des Kreisels an der Schnittstelle von L2 und K 1020 an der Zollbrücke über den Aland für 2020 cancelt und erst 2021 in Angriff nehmen will, entschärft die Situation zusätzlich. Denn in diesem Bereich, durch den auch der Umleitungsverkehr von der B 189 fließen müsste, mündet die Umfluterstraße, bei der für dieses Jahr ebenfalls die Erneuerung auf der Agenda steht. Ursprünglich sollte obendrein sogar noch sie Deichstraße am Aland neu gebaut werden. Aber weil der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft und Hochwasserschutz (LHW) die Ertüchtigung des Schutzwasses verschoben hat, wird auch diese Straße vorerst nicht angefasst.

Bürgermeister Detlef Neumann zeigte sich erleichtert darüber, dass die Straßenbautermine derart entzerrt wurden. Aufgeschoben heißt allerdings nicht aufgehoben. Wenn es jetzt auch nicht auf einmal so dicke kommt, wird Seehausen dafür länger etwas vom Umleitungsverkehr haben.

Was vielen vielleicht nicht mehr so bewusst ist: 2019 hat die Baustelle des Wasserverbandes in der Lindenstraße dafür gesorgt, dass der Umleitungsverkehr von der B 189 nicht durch Seehausen, sondern über die „Altmärkische Höhe“ gleitet wurde, wo sich irgendwann der Protest vor allem in Losse, Dewitz und Dequede formierte.