Schönberg/Neukirchen l Es sind nur noch kleine Restarbeiten, der Asphalt sitzt längst. Die Landesstraße 2 zwischen Neukirchen und Schönberg ist in der Neuzeit angekommen! Die im Rahmen der Wische­aktion in den 1950ern errichtete Betonplatten-Straße war zuletzt derart verschlissen, dass der Verkehr teils nur noch mit 70 km/h rollen durfte. Und in der Tat waren laut Auskunft von Henry Jakob, bei der LSBB Fachbereichsleiter Betrieb und Verwaltung, mehr Arbeiten zu verrichten als erwartet. „Der alte Beton konnte an manchen Stellen nicht mehr als Unterbau dienen, die Platten waren zu kaputt. Der Wischeboden hat nicht überall getragen“, sagt er. Mittels Mineralgemisch wurde an derlei Stellen ein neuer Unterbau gefertigt. Wo der Beton also fest war, blieb er. Auf den Unterbau kam über die gesamte Fahrbahn eine Zwischenschicht „zur Aufnahme von Bewegungen der Betonfahrbahn“, darüber zwei Schichten Asphalt.

Nicht so bei der Ortsdurchfahrt Schönberg. Hier erneuerten die Bauleute „nur“ die Deckschicht. Dass die Straße überhaupt im gleichen Atemzug mit der Freistrecke gemacht wurde, war für die Anwohner eine Überraschung. „Es ergab sich dann so, wir wollten die Vollsperrung ausnutzen“, sagt Jakob. Und wie lange hält das Ganze jetzt? „Spaßeshalber sage ich gerne, wenn kein Verkehr stattfindet, halten Straßen ewig.“ Im Ernst prognostiziert Jakob für die grundhaft sanierte Strecke: „Wenn die Qualität der Asphaltschichten stimmt, gehen wir davon aus, dass die Verschleißschicht (die oberen 4 Zentimeter) mindestens zwölf Jahre und die untere Schicht mindestens 20 bis 25 Jahre halten muss.“

Eine offizielle Verkehrsfreigabe in dieser Woche gibt es nicht. Jakob ging jedoch gestern davon aus, dass die Autos heute wieder rollen können. Ganz praktisch taten sie es schon vorher – es sprach sich bereits herum. In zwei oder drei Wochen folge noch die Fahrbahnmarkierung. „Beauftragt ist die Arbeit schon.“ Allein der Abschnitt Schönberg-Neukirchen kostete das Land Sachsen-Anhalt rund 600 000  Euro.

Für Wische-Bürgermeister Willi Hamann (parteilos) ist die neue Asphaltstraße „wie Ostern und Weihnachten zusammen“. Er sei sie gestern auf seiner Wischerundfahrt schon gefahren – und hatte nichts zu meckern.