Eichstedt l Irgendwie hatte der Wetterbericht ja etwas angekündigt, doch nimmt man es immer ernst? Was aber hätten Ottilie und Friedrich Jahns auch prophylaktisch tun sollen? Als „Xavier“ mit aller Wucht durch Eichstedt peste, saßen sie gerade im Dorf bei einer Geburtstagsfeier. Bis ihre Nachbarin sie holte. Im Garten sei etwas Schlimmes passiert. „Sie wohnt ganz oben und konnte das sehen“, sagt Ottilie Jahns. Als die Senioren am Mehrfamilienhaus im Binnen vorbei in Richtung ihrer Gartenparzelle liefen, „sahen wir die Bescherung“. Ausgerechnet die größte angrenzende Pappel war voll auf die Laube der Jahns‘ gekracht. „Ich habe geweint“, erinnert sich Ottilie Jahns. Dieser Anblick musste erstmal verdaut werden. Ottilie Jahns war nicht danach, aber das Ehepaar machte erstmal kehrt marsch zurück zur Geburtstagsfeier.

Genau nachschauen zu gefährlich

Gartengeräte, Geschirr, Gläser, Schrank, Tisch, Sonnenschirm, Rasenmäher – etliches beherbergte die Laube und vieles davon ist nun kaputt. „Es ist zu gefährlich, da reinzugehen und genau nachzuschauen“, sagt Friedrich Jahns. „Da gucken ja die Nägel aus dem Holz, nachher haben wir die noch im Kopf.“ Zumal sich die Laube auch nach dem Sturm unter der Baumlast noch weiter gesenkt hat.

So bleibt nur, das Drama von außen abzutragen, erstmal der riesigen Pappel Herr zu werden. Ein Glück kamen über die sonstige Unterstützung durch die Nachbarin hinaus dabei der Neffe und sein Sohn zu Hilfe. Sie sägten Astwerk ab, schafften etwas Übersicht. Beim Rest will die Gemeinde mit anpacken, „nächste Woche werden wir wohl kommen“, sagt Bürgermeister Karlheinz Schwerin. Die Pappel stand auf Gemeindeland, „unsere Versicherung ist informiert“. Die Jahns‘ müssten sich nur noch etwas in Geduld üben, „wir beseitigen erstmal alle Sturmschäden im öffentlichen Bereich, an den Verbindungswegen und so weiter“, so Schwerin, dessen Stellvertreter Friedrich Jahns ist. Ein paar Tage müssen die Jahns‘ den unwirklichen Anblick also noch aushalten.

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Nächste Laube aus dem Baumarkt

Und dann greife hoffentlich die Versicherung. Die Laube ist nicht zu retten. Die Jahns‘ werden sich eine neue anschaffen müssen. Nichts Besonderes, „so eine fertige aus dem Baumarkt“. Von ihrem Gärtchen wollen sich die beiden jedenfalls nicht trennen. Seit 2010 wohnen sie in dem Mehrfamilienhaus, so lange bewirtschaften sie auch die etwa 350 Quadratmeter große Parzelle. Im Sommer wachsen dort Zucchinie, Gurken und Sellerie. Das soll auch so bleiben.

Dass ihnen so etwas mal passiert, hätten sie nicht gedacht. Stürme wie „Xavier“ habe es aber auch früher gegeben. Friedrich Jahns erinnert sich an das Jahr 1972. „Da war es auch so doll.“ Als Feuerwehrmann habe er in seinem Leben schon etliche Bäume von den Straßen geräumt.