Kossebau l Nach der Modernisierung der Kindertagesstätte „Wichtelhausen“ verabschiedete sich die Alt-Gemeinde Kossebau mit der Gebietsreform 2010 mit zwei weiteren ehrgeizigen Bau- beziehungsweise Sanierungsvorhaben aus der kommunalen Selbständigkeit in die Gemeinde „Altmärkische Höhe“ und unter das Dach der neuen Verbandsgemeinde Seehausen.

Während das neue Feuerwehrgerätehaus nicht zuletzt dank eines ehrenamtlichen Kraftaktes durch die Blauröcke des Ortes und ihrer Helfe vollendet wurde, blieb der Hof an der Kastanienallee 66 auf der Strecke. Inzwischen wollen die Mitglieder des Gemeinderates „Altmärkische Höhe“ um Bürgermeister Bernd Prange gänzlich die Bremse anziehen und beschlossen in einer ihrer jüngsten Sitzungen, den Vier-Seiten-Hof zu verkaufen.

Eigenanteil der Kommune wird abgeschrieben

Mit möglichst wenig Verlusten abzugeben, trifft es wohl eher. Denn der Kaufpreis für das rund 4800 Quadratmeter große Grundstück in der Dorfmitte gegenüber der Kindertagesstätte soll mit etwa 15.000 Euro nur in etwa das „einspielen“, was die Gemeinde an Fördermitteln zurückzahlen muss. Diese Summe wurde im Rathaus mit Blick auf eine zwölfjährige Bindungsfrist errechnet und ist rund 32.300 Euro Zuschüssen geschuldet, die im Oktober 2010 ausgezahlt wurden. Der Eigenanteil, den die Kommune für die Teilsanierung berappte, wird abgeschrieben.

Für das Geld wurden Fenster und Türen erneuert, das Dach und die Fassade repariert, um den drohenden Verfall zu stoppen. Alt-Bürgermeister Gert Reckling, der auch bei Gerätehaus und Kita Ideen-Geber war, hatte mit dem Gemeinderat die ehrgeizige Absicht, das ortsbildprägende Gebäude an der markanten Ortsdurchfahrt zu erhalten und die Chance genutzt, als der Hof nach dem erzwungenen Auszug der letzten Besitzer plötzlich für einen überschaubaren Preis zum Verkauf stand und entrümpelt werden konnte.

Pläne nicht umsetzbar

Vier bis sechs Wohnungen und ein Turnraum für die Kossebauer „Wichtel“ waren langfristig vorgesehen. Pläne, die die Kommune in ihrer derzeitigen Konsolidierungsphase unter besonderer Kontrolle der Rechtsaufsicht nicht weiter verfolgen kann.

Mit dem Verkaufsbeschluss wird auch der Landwirt ausziehen müssen, der bislang eine Scheune des Hofes nutzte. Diese ist aber inzwischen so marode, dass der Rat aus Sorge vor Regressansprüchen auch das nicht mehr will.