Osterburg l Eigentlich sollte die vom Unternehmen Ost-Bau gehändelte Neugestaltung des ersten Abschnittes der Ernst-Thälmann-Straße zum Jahreswechsel Geschichte sein. Eigentlich. Denn blieb das millionenschwere Vorhaben nach dem Baustart am 19. Juni in den ersten Wochen noch im Zeitplan, deuteten sich schon im August Probleme an.

„Medien für Elektro und Telekom lagen zum Teil nicht regelkonform in der Erde. Außerdem mussten Gasleitungen umverlegt werden. Sie wären sonst mit den Unterflurrosten ins Gehege gekommen, die für die Standorte der Baumanpflanzungen vorgesehen sind. Diese Roste sollen die Wurzelballen aufnehmen und so dafür sorgen, dass das Gehwegpflaster nicht im Lauf der Zeit angehoben wird“, sagte Bauamtsleiter Matthias Köberle auf Nachfrage der Volksstimme. Weil die Versorger die Verlegung ihrer Leitungen zum Anlass nahmen, in dem Bereich auch die Hausanschlüsse zu erneuern, läpperten sich einige Wochen zusammen, in denen der Straßenbau stockte. „Rund sieben Wochen“, schätzte er ein. In dieser Zeitspanne soll bei Beobachtern auch der falsche Eindruck entstanden sein, die Baustelle sei unterbesetzt, sagte Köberle. „Ost-Bau wurde von den Versorgern nur mit den Erdarbeiten beauftragt und hatte in dieser Zeit ausschließlich die dafür nötigen Mitarbeiter vor Ort. Zumal es auch aus technischen Gründen keinen Sinn gemacht hätte, an anderen Bereichen der Straße tätig zu werden“, erklärte der Bauamtsleiter.

Als zweiten Grund für die Verzögerungen nannte er Arbeiten an der Fernwärmeleitung, die von den Osterburger Stadtwerken verantwortet wurden und die rund drei Wochen länger dauerten als geplant. „Es liegt also nicht an Ost-Bau, dass wir zehn Wochen in Verzug sind“, nahm Köberle das Unternehmen ausdrücklich aus der Kritik.

Nach Angaben des Bauamtsleiters stellte sich der Osterburger Stadtrat am Donnerstag mehrheitlich hinter einer neuen Vereinbarung zwischen Kommune und Bauunternehmen. Als Zeitraum für die Fertigstellung des Straßenabschnittes steht nun Mitte März im Raum. Klar ist zudem, dass die Einheitsgemeinde wegen der verlängerten Bauzeit tiefer in den eigenen Geldbeutel greifen muss. Auf die schon einkalkulierten rund eine Million Euro darf die Kommune voraussichtlich einen Betrag im fünfstelligen Bereich draufpacken. An den Ausbaubeiträgen, die den angrenzenden Grundstückseigentümern in Rechnung gestellt werden, ändert sich dadurch aber nichts, sagte Köberle. „Diese Erhöhung wird nicht umgelegt, sie ist auch gar nicht umlagefähig“, betonte er.