Seehausen l Die Seehäuser Theaterguppe „Hahn im Korb“ betrat am Sonnabend in der Salzkirche Neuland. Zum ersten Mal spielte sie ein Stück für Erwachsene. Im „Haus Auszeit“ – so der vielversprechende Name – ließen es sich 130 Zuschauer gut gehen. Die Rollen bekamen die Akteure übrigens auf den Leib geschrieben. Aud Merkel aus Tangermünde sah 2017 das Stück „Der kleine Muck“ und sagte: „Ich mach‘ was für euch.“

Die Dramaturgin, die auch schon am Theater der Altmark Stendal arbeitete, beließ es nicht dabei. Kaum war das Stück fertig, ging es los. Von April an, ausgenommen in den Sommerferien, führte sie Regie und die Mitwirkenden bis zur Premiere.

Ein Türenknallen und schon rauschte Tine Hamann alias Else mit ihrem Putzwedel in die Salzkirche, äh, das Haus Auszeit. Denn dort sollte der Burnout-Präventionskurs stattfinden. Und wer da nicht alles landete!

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Die schüchterne Elisabeth, die immer auf ihren Chef Rücksicht nimmt, die impulsive Ann-Katrin, die eigentlich einen Schweigekurs machen wollte, die Dauerkursbesucherin Hedwig, die junge Luise, die mit 22 Urlaub von Mann und Kindern braucht, die kurzberockte Gabi, die denkt, dass ihr Mann sie nicht mehr liebt, die geschäftstüchtige Martina, die sich beschwert, dass sie kein Netz hat, Motorradbraut Marlies mit ihrer Nahtoderfahrung und die Opern liebende Eva, die ihre Mutter pflegt.

Heimliche Planung

Schnell merken die Frauen, dass sie Gruppengespräche und Einzeltherapien nicht ausstehen können und wenden sich immer wieder an Putzfrau Else, die Schnäpschen unter ihrem Kittel versteckt. Natürlich sind Alkohol und Zigaretten genauso verboten wie Drogen. Als es zwischen Leitung und Teilnehmern kracht, schlägt die Kursleitung ein Fest vor. Wie gerufen kommt die Entdeckung des verlassenen Restaurants „Zur krummen Linde“, wo die Teilnehmer das Fest heimlich planen. Und so Freunde werden.

„Wir wussten gar nicht, dass es so viele Lacher in dem Stück gibt“, bemerkte anschließend Kathleen Zimmermann, die um sich herum nur positive Kritik vernahm. „So was in Klein Seehausen – grandios!“ hieß es da, während sich die Gäste Schnittchen und Bier schmecken ließen. Ebenfalls von den Akteuren vorbereitet und von der Familie verkauft.

Nur zu gern würden sie das Stück noch einmal aufführen. Allerdings muss erst einmal ein Termin für das „Haus Auszeit“ gefunden werden. Womit wir wieder beim Thema wären. Fakt ist aber eins: Es soll weitergehen. Auch in Zusammenarbeit mit Autorin Aud Merkel.