Zedau/Osterburg l Der Anstoß für den Abriss der einstigen Trauerhalle kam aus dem städtischen Ordnungsamt. Grund: Der Bau hat Ende 2002 seinen Verwendungszweck verloren, seitdem wandte die Kommune auch kein Geld mehr für die Unterhaltung und Bewirtschaftung des Trauerhauses auf. Ende 2002 verständigten sich Stadtrat und die evangelische Kirchengemeinde darauf, dass die Dobbruner Kirche für Trauerfeiern in Beschlag genommen werden kann. Diese Vereinbarung, die nicht kirchliche Trauerfeiern ausdrücklich einschloss, garantierte der Kirchengemeinde im Gegenzug einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 5000 Euro, der in die Unterhaltung des Gotteshauses fließen sollte. Zum anderen überwies die Kommune ein jährliches Nutzungsentgelt in Höhe von 600 Euro. 2012 sei dieser Betrag aber auf jährlich 200 Euro reduziert worden, „aufgrund des geringen Bedarfs“, wie Ordnungsamtsleiter Matthias Frank informierte. Überhaupt keinen Bedarf gibt es seit nunmehr knapp 17 Jahren für die einstige Trauerhalle. Weil sich daran zumindest vonseiten der Kirchengemeinde auch nichts ändern dürfte, wie das städtische Ordnungsamt nach entsprechenden Erkundigungen beim Kreiskirchenamt in Stendal erfahren hat, folgte jetzt der Vorschlag zum Abriss.

„Da waren wir uns im Rat einig“, blickte Klaus-Peter Gose (CDU) auf die Zusammenkunft in dieser Woche zurück. Allerdings will der Osterburger Ortsbürgermeister sich noch einmal an der Trauerhalle ein eigenes Bild machen., „Im kleinen Rahmen, mit Ordnungsamt, Bauamt, Vertretern des Gemeindekirchenrates und auch ein, zwei Dobbruner Einwohnern“ möchte der Bürgermeister dann aber auch die Umfriedung in den Blick nehmen. Während zuerst einmal ein Zaun helfen könnte, die durch den Abriss des Trauerhauses entstehende Lücke zu schließen, würde sich der Osterburger Ortsbürgermeister auf Dauer eine Mauer wünschen. Ob das so kommt, liegt letzten Endes aber nicht an der Kommune. Denn anders als in Krumke, wo sich sowohl Friedhof als auch Kirche in Eigentum der Einheitsgemeinde befinden und deshalb vonseiten der Hansestadt in die Friedhofsmauer investiert werden konnte, gehören das Dobbruner Gotteshaus und der Friedhof der Kirchengemeinde.

Anders als die Trauerhalle, die voraussichtlich im kommenden Jahr abgerissen werden dürfte. „Wir werden die entsprechenden Mittel in den Haushaltsentwurf für 2020 einstellen“, bestätigte Bauamtsleiter Matthias Köberle. Abseits davon sei dann nur noch eine Aufgabe zu erledigen: Für das Info-Schild, das innerhalb der „Wir leben Land“-Tour auf die romanische Kirche in Dobbrun hinweist, müsste sich ein neues Plätzchen finden. Aktuell ist das Schild noch an der Trauerhalle angebracht.