Seehausen l Weil in dem Alter jeder Geburtstag etwas Besonderes ist, erwartete den Seehäuser Kurt Maaß Dienstagvormittag zu seinem 93. Wiegenfest auch eine ganz besondere Überraschung.

Bitte wurde erhört

Nachdem Pastorin Almut Riemann dem Stadtchronisten die Glückwünsche der evangelischen Kirchengemeinde überbracht hatte, chauffierte ihn Großneffe Christian Buness gegen 11 Uhr zur Petrikirche. Dort wartete eine Abordnung des Kirchenfördervereins mit ihrem Vorsitzenden Walter Fiedler, um dem Urgestein der Hansestadt zu gratulieren und ihm mit einem Besuch der sanierten Türmerwohnung einen Herzenswunsch zu erfüllen. Letzteren hatte der Stadtchronist nach Abschluss des Projektes gegenüber Stadtarchivarin Cornelia Krainz-Eilrich sozusagen von Fachmann zu Fachfrau geäußert, vermutlich ohne zu ahnen, wie die Reaktion der Kirchenförderer ausfallen würde.

Weil Kurt Maaß für sein Alter zwar noch rüstig ist, die 174 Stufen über Wendeltreppen und steile Holzstufen aus eigener Kraft aber kaum zu meistern waren, trugen die Gratulanten, die alle selbst längst im Ruhestandsalter sind, das Geburtstagskind nach oben.

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Viele Pausen beim Aufstieg

Das brauchte seine Zeit, weil es ein Kraftakt war und weil die Gesellschaft viele Pausen einlegte. Natürlich, um zu rasten, aber auch um an die Geschichte von Turm und Türmer zu erinnern. Wobei dem Geburtstagskind einiges der Dokumentation auf dem Weg nach oben bekannt vorgekommen sein dürfte. Denn bei vielen Daten haben sich die Kirchenförderer der längst vergriffenen Stadtchronik bedient, die seine Handschrift trägt. Dazu gab es viel zur Sanierung zu berichten, die mit den Vogelschutzgittern in den Turmschäften begann, über Schall- und Fensterluken ganz oben bis zu neuen Holztreppen, Dielenbrettern und natürlich zur Inneneinrichtung der Türmerwohnung reichte.

Geburtstagskind lobt Sanierung

Je mehr die Kräfte der Träger mit jedem Meter Höhengewinn nachließen, desto größer wurde die Freude des Geburtstagkindes, freute sich Fiedler anschließend über die gelungene Aktion, zu der bei bestem Wetter ein Rundblick in alle vier Himmelsrichtungen über die Hansestadt und das Umland gehörte. Noch mehr als das Danke für ein ungewöhnliches Präsent wog das Lob des Stadtchronisten über die handwerkliche Qualität der Arbeiten, die Fachfirmen sowie die Kirchenfreunde geleistet hatten. Begeistert war Maaß zudem über die Authentizität des Inventars von Türmerwohnung und den Nebengelassen.

Auf- und Abstieg waren nach gut zwei Stunden Geschichte und endeten am Fuß der Kirchtürme mit einem kleine Plausch. Außerdem ließen die Vereinsmitglieder durchblicken, die Aktion zum 100. Geburtstag gern zu wiederholen.