Seehausen l Am Sonnabend trafen sich aktive Kirchenförderer mit ihrem Vereinsvorsitzenden Walter Fiedler unter Beachtung der Sicherheitsvorkehrungen, um Vorarbeiten für die Bismarker Zimmerei Blümer zu erledigen und so mit Eigenleistungen wieder für die Finanzierbarkeit des Vorhabens zu sorgen. Dass das Projekt Türmerwohnung, das über das Programm Denkmalpflegeförderung mit Landesmitteln von rund 42 000 Euro bezuschusst wird, auf die Zielgerade einbiegt, motivierte zusätzlich.

Baufreiheit schaffen

Bei der Aktion wurde deutlich, dass es am Ende um mehr als „nur“ die Türmerwohnung geht, die möglichst authentisch hergerichtet werden soll, um neben einem aussichtsreichen Blick über Stadt und Landschaft ebenso einen Blick in den früheren Alltag in luftiger Höhe zu ermöglichen.

So waren die Vereinsmitglieder vor allem auf der Glockenetage – also ein Stockwerk unter dem ehemaligen Türmerdomizil im Verbinderbau – im Einsatz, um aufzuräumen, damit dort, wo künftig Besucherverkehr stattfinden soll, die restlichen Dielen erneuert werden können. Platz brauchte es außerdem für Podeste, damit Gäste später aus den geöffneten Läden schauen können.

Bilder

Blick aufs Deckengewölbe

Sowohl die geschlossenen Läden, als auch die mit Lamellen versehen Schallluken sind inzwischen alle montiert. Das gilt auch für die größte Öffnung, die in Richtung Norden zeigt. Und zwar dort, wo die Glocken im Bedarfsfall heruntergelassen werden können und wo die neue Schalldurchlässigkeit im Idealfall dafür sorgen soll, dass die Glockenklänge auch auf dem Friedhof am Stadtrand zu hören sind.

Wenn die letzten Dielen verlegt werden, soll zudem für einen sicheren Zutritt zum Nordturm gesorgt werden. Durch den erfolgt der Zugang über die Gewölbedecke des Kirchenschiffes, die die allermeisten Besucher des Gotteshauses nur von unten kennen. Für die Sicht auf ein altes Stück Handwerkskunst bei Führungen existiert bereits ein Steg.

Auch wenn es für den Start in eine neue Saison unter dem Titel „Offene Kirchen“ derzeit noch keinen belastbaren Termin gibt, sollen die Arbeiten bis Ende Mai beendet sein. Bis dahin sind allerdings nicht nur Bauarbeiten zu erledigen. Beim Abriss der alten Holzelemente und beim Aufräumen fiel und fällt wieder jede Menge Schmutz an, der in den Etagen und im Treppenaufgang beseitigt werden muss. Ein, zwei Tauben, die trotz verschlossener Luken weiter einen Weg in die Türme finden, tun ihr übriges dazu. Aber auch die letzten Schlupflöcher sind inzwischen ausgemacht.