Seehausen l Seit Anfang des Jahres gehört Seehausen zu den 73 Orten im Land, die ins Projekt „Straße der Romanik“ aufgenommen wurden. Das ist ein Pfund, mit dem die Hansestadt künftig werben will, was wiederum mehr Gäste in die Stadt und die Region locken soll.

Großen Anteil daran hat die weit sichtbare Seehäuser Petri-Kirche, die im 12. Jahrhundert ursprünglich als romanische Basilika errichtet wurde, und in der nach umfangreichen Sanierungsarbeiten am Sakralbau und der Wiedererstarkung der Lütkemüllerorgel mit der Türmerwohnung in 45 Metern schon länger ein besonderes Projekt auf Umsetzung harrt.

Rund 70 000 Euro würde es noch brauchen, um die Wohnung, in der insgesamt 270 Jahre lang Türmer über die Sicherheit der Stadt wachten, so herzurichten, dass Besucher die gut 170 Stufen erklimmen, sich ein Bild über das Leben der Türmerfamilie machen und einen Blick über die Stadt sowie die Altmärkische Wische schweifen lassen könnten.

Obwohl der Förderverein schon lange große Anstrengungen unternimmt, um Spenden zu akquirieren, jede Menge Eigenleistung erbringt, die Öffentlichkeitsarbeit forciert hat und Fachleute wegen der Nachhaltigkeit des Projekt immer gute Karten für eine Leader-Förderung vorhergesagt haben, warten die Kirchenfreunde um ihren Vorsitzenden Walter Fiedler seit Jahren vergeblich auf Zuschüsse. Was Fiedler erst im November 2017 in einem Brandbrief kritisierte, den er mit „Christian“ unterzeichnet hatte. Womit der erste Türmer gemeint ist, in dessen Rolle der Vereinsvorsitzende bei fachkundigen Kirchenführungen gern schlüpft, wenn er Gästen nicht nur die Türmerwohnung, sondern die Orgel, den Altar, die Marienkapelle, das bekannte romanische Portal und anderes mehr zeigt. Um so mehr freuten sich Fiedler und seine Mitstreiter, aber auch Mitglieder der Seehäuser Glaubensgemeinde und Vertreter der Kommunalverwaltung, gestern Vormittag Kultusstaatssekretär Gunnar Schellenberger in St. Petri begrüßen zu können, der anschließend mit seinem CDU-Parteifreund und Landtagsabgeordneten Chris Schulenburg noch der Kirche in Sandau einen Besuch abstattete.

Was der Kontakt mit Schellenberger einmal im wahrsten Sinn des Wortes wert sein wird, bleibt abzuwarten. Beide Seiten waren sich einig, dass es vorerst nur ein symbolischer Besuch war. Der Kultusstaatssekretär ließ indes zumindest seine Sympathie für das Vorhaben erkennen, das gut dazu passe, Sachsen-Anhalt noch mehr als Kulturland bekannt zu machen als bisher.