Lindtorf l „Man down!“ Mit dem lautstarken Ausruf signalisierten die Einsatzkräfte, dass ein Mitstreiter dringend Hilfe benötigte. Er fiel vom Einsatzfahrzeug, verletzte sich stark. Unterstützung wurde angefordert: Ein Rettungshubschrauber landete circa 30 Minuten später in Lindtorf.

Die Einsatztruppe „Divi­sion Schnelle Kräfte“ übt mitten in der Altmark, der Gefechtsstandort wurde auf dem Flugplatz in Borstel eingerichtet. Gestern (11. September) verlagerte sich das Geschehen in die Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck. Auf dem Gelände der Lindtorfer Agrar Erzeuger herrschte reges Treiben, gaben die Kompanieführer die Befehle.

Es musste zügig gehen. Nach der Erstversorgung soll ein Hubschrauber die verletzte Person in ein Krankenhaus bringen. Wo ist ein idealer Standort für die Landung? Die Spezialkräfte legten sich auf einen Platz fest, markierten ihn mit farbigem Rauch. „Mungos“, Mehrzweckfahrzeuge des Bundeswehr-Heeres, übernahmen die Absperrungen, weitere Einsatzkräfte sicherten die Stelle ab.

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Ein NH 90 (Nato-Helicopter 90) wurde erwartet, landete. Ein weiterer Hubschrauber befand sich in der Luft, als Sicherungselement. Der Verletzte konnte erfolgreich der Crew übergeben werden.

Nur eine Übung

Zum Glück nur eine angenommene Situation. Aber unter sehr reellen Umständen. Für die „Division Schnelle Kräfte“ erfolgte am 2. September die erste Alarmierung, mehrere Standorte wurden für die 1400 Soldaten gebildet. Die Spezialkräfte retten deutsche Staatsbürger, die im Ausland in Gefahr sind.

Dafür riefen sie in der angelegten Übung, die noch bis Freitag andauern wird, den Staat Aquilanien aus. „Ein Zerfallstaat“, wie ein Oberstleutnant das fiktive Land charakterisierte. Deshalb wurden Evakuierungsmaßnahmen angeordnet, waren die Soldaten gefordert.

Ein weiterer Befehl, der gestern Nachmittag für den Übungstrupp in Lindtorf einging, lautete: 20 deutsche Staatsbürger sind von einem Betriebsgelände in Aquilanien zu evakuieren. Die Spezialkräfte rückten zum Industrie- und Gewerbepark (IGPA) aus, und dort wurde der Schwierigkeitsgrad durch einen simulierten Chemieunfall noch erhöht. Aber auch dieses Szenario konnte zur Zufriedenheit der Führungskräfte absolviert werden.

Die „Schneller Adler“ genannte zweiwöchige Übung beinhaltete auch die Evakuierung aus der Luft und von der See. Beispielsweise wurde dazu das niederländische Marineschiff Karel Doorman nach Rostock gerufen. „Die Truppe ist voll belastbar“, lobte ein Oberstleutnant.