Wollenrade l Punkt 18 Uhr erklang der Glockenschlag von der Wollenrader Kirche. Schon kurz vorher war zu sehen, wie sich der große Zeiger der Uhr auf die zwölf zubewegte. Kaum war der Glockenschlag verklungen, setzte Musik des Flessauer Posaunenchores ein. Vor zahlreichen Einwohnern des Dorfes, die der Gladigauer Pfarrer Norbert Lazay zu dem feierlichen Anlass begrüßen konnte.

Lazay, der seine auf Dienstreise weilenden Pfarrerkollegen vertrat, erinnerte an den langen Weg, den die Uhr schweigend zurückgelegt hatte. Bereits 2002 habe der Turm zwei neue Zifferblätter bekommen. 16 Jahre später bewegen sich nun auch die Zeiger und das ist Günther Haut zu verdanken. Den ganzen Tag hatte der Seehäuser Uhrmachermeister noch an dem Zeitmesser gearbeitet. Jetzt haben die Wollenrader eine moderne, wartungsfreie Funkuhr. Elektromotoren treiben die Zeiger an, der Uhrschlag wird zur halben und vollen Stunde zu hören sein, so Haut. Möge die Uhr ihnen immer gute Stunden anzeigen, wünschte er den Wollenradern.

Dem schloss sich auch Norbert Lazay an, der aber auch mahnte, dass inzwischen alle Uhren besitzen, aber kaum noch jemand Zeit habe. Er erinnerte an Zeiten, wo sich an die Länge der Schatten informiert oder verabredet wurde. Dann kamen die Turmuhren und die Menschen richteten sich nach den Schlägen, beispielsweise wenn es darum ging, zum Essen nach Hause zu gehen. Das sei nun auch in Wollenrade wieder möglich. Lazay kündigte weitere Titel des Flessauer Posauenchores an und machte darauf aufmerksam, dass die Spendendose während der Musik noch einmal herumgereicht werde. „Denn ein bisschen Geld wird noch benötigt, um das neue, moderne Uhrwerk zu bezahlen“, begründete der Pfarrer.

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