Gladigau l Im eingeschossigen Verbinder zwischen der in den 50er Jahren gebauten Schule und einer früheren Lehrerwohnung haben Schülergenerationen zu DDR-Zeiten Russisch gepaukt. Spätestens mit dem Aus des Lernortes im Jahr 1996 kehrte Stille ein. Zuletzt wurden die Räumlichkeiten von Kommune, Vereine und ABM‘lern als Abstellmöglichkeit für Rasenmäher und Co genutzt.

Greifen die Pläne des Gladigauer Ortschaftsrates, stehen dem rund 55 Quadratmeter großen Zwischenbau jetzt wieder bessere Tage bevor. Er soll zum barriere­freien Mehrgeneratio­nenhaus ausgebaut werden. Die Sommerschule der jungen Plattschnacker würde dort ihren Platz finden. Ebenso eine kleine Bibliothek, die die Gladigauer im Zusammenspiel mit der Kaschade-Stiftung auf die Beine stellen wollen. Nicht zuletzt könnte sich mit dem Mehrgenerationenhaus ein Wunsch erfüllen, den insbesondere ältere Einwohner hegen: In den barrierefrei zugänglichen Räumlichkeiten soll ein Allgemeinmedizinier regelmäßig Sprechstunden abhalten, sagt Ortsbürgermeister Matthias Müller. Selbst das angrenzende Vereinshaus „Alte Schule“ dürfte vom Umbau profitieren. Schließlich soll im Mehrgenerationenhaus eine Gas-Heizung installiert werden, die auch das Domizil des Theater- sowie Sportvereins mit Wärme versorgt. Dort ist bislang noch eine Elektroheizung in Betrieb, die die Bewirtschaftungskosten für das Vereinsobjekt Jahr für Jahr in die Höhe treibt.

Insgesamt 60 000 Euro nimmt die Einheitsgemeinde Osterburg für die Arbeiten am Mehrgenerationenhaus in die Hand. Und vom eigenen Konto. Denn anders als ursprünglich gedacht, wird das Projekt nicht durch Leader-Mittel unterstützt. Weil sich das Amt für Landwirtschaft, Forsten und Flurneuordnung (ALFF) quer stellte. Das ärgert Matthias Müller auch Wochen nach Bekanntwerden. Denn es sei für ihn nach wie vor unverständlich, dass ein Projekt der kommunalen Daseinsvorsorge nicht gefördert werde. „Leider weiß ich auch immer noch nicht, wie das Amt die Ablehnung der Förderung begründet. Auf diese Information bin ich wirklich gespannt“, fügte er hinzu.

Dankbar ist der Gladigauer Ortschef, „dass sich der Osterburger Stadtrat trotzdem in der Verantwortung fühlt und beschlossen hat, den Umbau auch ohne Fördermittel zu verwirklichen.“ Und das in einem überschaubaren Zeitraum. Im Bauamt der Einheitsgemeinde sind die Vorbereitungen für die Arbeiten bereits angelaufen. Derzeit stehe die Ausschreibung der einzelnen Leistungen auf der Agenda, informierte Bauamtsleiter Matthias Köberle. Neben der Gasheizung geht es dabei um die Decke, Fenster, Fußboden oder neue Sanitäranlagen, ausgeschrieben werden unter anderem auch Trockenbau-, Putz- oder Malerarbeiten. Sämtliche Arbeiten sollen in den kommenden Wochen und Monaten in die Tat umgesetzt werden. „Wir wollen die Maßnahme noch in diesem Jahr zum Abschluss bringen“, kündigte Matthias Köberle an.