Landtagsmitglied Ralf Bergmann spricht in Klein Schwechten zum Kifög

Untergrenze nicht vorgeschrieben

Von Ingo Gutsche

Die Eltern der Klein Schwechtener Kita sind verunsichert, ob das neue Kinderförderungsgesetz und seine Änderungen sich nicht negativ auswirken würden. Ein Landtagsmitglied klärte auf.

KleinSchwechten l Das Elternkuratorium der Klein Schwechtener Kindertagesstätte "Wichtelhausen" ist in Sorge. Das neue Kinderförderungsgesetz (Kifög), das die Tätigkeit in den Kitas und deren personelle Verhältnisse regelt, bringt mehrere Fragen mit sich. Der Informationsabend mit Landtagsmitglied Ralf Bergmann am Mittwochabend konnte sicherlich dazu beitragen, die Eltern etwas zu beruhigen.

Die Novellierung des Kifög verunsichert nicht nur die Erzieherinnen in vielen Kindereinrichtungen, sondern auch die Eltern des dort betreuten Nachwuchses. "Bleiben kleinere Kitas auch in Zukunft erhalten?", ist nur eine Frage, die bewegt. Das Elternkuratorium von "Wichtelhausen" wollte Gewissheit, setzte sich mit Landtagsabgeordneten in Verbindung und lud sie ein. "Wir sind froh, dass Ralf Bergmann zugesagt hat", sagte Elternvertreter Frank Heinemann, der auch von den anderen Landtagsmitgliedern Post und Kommentare zu diesem Thema erhielt. Einige kündigten einen Besuch für einen späteren Zeitpunkt an.

Bergmann, SPD-Landtagsabgeordneter aus Hohenberg-Krusemark, sieht "keine Verschlechterung mit diesem neuen Gesetz". Schließlich fließen rund 53 Millionen in das überarbeitete Kifög, das "natürlich zur Entlastung der Erzieher" beitragen soll. Der 50-Jährige hat eine klare Antwort auf die Frage, ob auch kleinere Einrichtungen eine Zukunft haben: Ja. Obwohl er diese Aussage etwas relativierte: "Das wird nicht Aufgabe des Landes sein. Die Gemeinden müssten sich vielmehr fragen: Was kann ich mir leisten?" Eine Untergrenze für Kindertagesstätten, wie sie in Grundschulen festgelegt ist, "wird vom Land nicht vorgeschrieben". In der Klein Schwechtener Einrichtung werden von vier Erzieherinnen 26 Mädchen und Jungen betreut. In 20 Jahren wird die Situation eine andere sein, ist sich Bergmann, in seiner Fraktion Sprecher für Umweltpolitik, Demografie und Raumordnung, sicher. "Dann kommt das demografische Echo." Die Kinderzahlen würden enorm sinken.

Die Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck hat die Aufgabe der Kindertagesstätten unter ihren Fittichen. Künftig wird der Landkreis mehr mit einbezogen, eine gewisse Kontroll-Funktion einnehmen, erklärt das Landtagsmitglied. "Ansprechpartner für Sie wird aber die Verbandsgemeinde bleiben", sagte Bergmann zu den Erzieherinnen um Leiterin Carola Tausch und den Eltern, die sich in "Wichtelhausen" eingefunden hatten. Tausch hofft auch zukünftig auf die große Unterstützung von der Verwaltung um Verbandsgemeinde-Bürgermeister Eike Trumpf.

Übrigens hat sich die Verbandsgemeinde dem Städte- und Gemeindebund angeschlossen und spricht sich in einer Stellungnahme gegen die Änderung des Kifög aus. Bergmann ärgerte sich, da die Begründung sich "mehr auf die Zuständigkeiten als auf das Wohl der Kinder" beziehe. "Müssen die Eltern die Mehrkosten übernehmen?", fragten die Einladenden weiter. "Es wird keine Mehrkosten geben." lautete die Antwort. Für eine Anhebung der Elternbeiträge sei das Land nicht zuständig. Bergmann klärte auf, weiß dennoch, dass das neue Kifög eine Testphase braucht. "Wenn es Probleme gibt, rufen Sie mich an."