Seehausen l Wie angekündigt, will der Seehäuser Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth 2018 einen Unternehmerstammtisch ins Leben rufen beziehungsweise wiederbeleben. Denn vor einigen Jahren gab es diese Treffen schon mal, bevor sie wieder einschliefen. Ein genaues Datum für den ersten Schnuppertermin zwischen Verwaltung und Wirtschaft steht noch nicht endgültig fest. Aber Mitte April ist anvisiert, so der Bürgermeister und Verwaltungsleiter im Gespräch mit der Osterburger Volksstimme.

Größtes Hindernis sind offenbar die Adressaten für die Einladungen. Die Rathausmitarbeiter sind derzeit dabei, das Gewerberegister auf den neuesten Stand zu bringen und von sogenannten Karteileichen zu befreien. Denn längst nicht alle Unternehmer, die sich einst anmeldeten, haben sich nach ihrer Geschäftsaufgabe auch ordnungsgemäß wieder abgemeldet. Wobei nicht die großen Branchenvertreter das Problem sind, sondern eher die Klein- und Kleinstunternehmer wie Ein-Mann- oder Eine-Frau-Betriebe sowie Gewerbetreibende im Nebenerwerb.

Wenn die Aktiven erfasst sind, können Einladungen verschickt werden. Die Größenordnung ist deshalb derzeit noch völlig unklar. Und auch dann wird es spannend, wie viele sich auf das Gesprächsangebot einlassen wollen.

Öffentlichkeitsarbeit

Wobei die Kommune Gewerbtreibenden helfen kann, darüber will Kloth noch nicht im Detail orakeln. Nur so viel steht fest, die Bandbreite dürfte so groß sein wie die Firmenphilosophien. Die Unterstützung kann von der Begleitung bei Expansionsplänen von Großunternehmen wie Graepel bis zur Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit von kleinen Dienstleistern reichen. Wobei die Kommune natürlich nicht die Werbung übernehmen will und darf. Aber das Rathaus kann zum Beispiel Kontakte zu anderen Institutionen vermitteln, bei der Fördermittelakquise helfen oder für eine Verlinkung von Angeboten auf den eigenen Internetseiten sorgen. Auch Hilfe bei einer Online-Plattform für den regionalen Einzelhandel wäre denkbar. Wobei es dafür ein Mindestmaß an Interessenten bräuchte. Und kostenlos wäre das Angebot dann auch nicht zu haben.

Am Unternehmerstammtisch soll auch Lisa Weigelt Platz nehmen, die das Thema Zuschüsse seit Anfang des Jahres im Rathaus speziell unter ihren Fittichen hat und darüber hinaus für die Wirtschaftsförderung zuständig ist.

Verstärkung holt sich Rüdiger Kloth dazu von Franka Hirsch, die bei der Premiere sozusagen den ersten Themenschwerpunkt besetzt. Die Beusteranerin ist Projektleiterin im Berufsbildungszentrum Prignitz im benachbarten Wittenberge und mit dem vom Bund geförderten Ausbildungsstrukturprogramm „Jobstarter plus – Für die Zukunft ausbilden“ vertraut. Die Initiative hat länderübergreifend insbesondere die Fachkräftesicherung und Ausbildung in Klein- und Kleinstunternehmen in der Prignitz sowie der Altmark auf der Agenda. Was beim derzeitigen Arbeits- und Fachkräftemangel für hiesige Gewerbetreibende durchaus von Interesse sein dürfte.