Goldbeck l Die Verbandsgemeinde hofft auf Fördergelder für das Idener Gerätehaus. Die Kostenschätzung für das Vorhaben am Domizil der Idener Feuerwehr beläuft sich auf 440 000 Euro. Unter anderem soll auf dem Gelände ein Stellplatz der Größe drei errichtet werden. Das bedeutet nach DIN eine Größe von 4,50 Meter mal 12,50 Meter. Und würde ausreichend für ein Großfahrzeug wie beispielsweise die Drehleiter (Hubrettungsfahrzeug) sein.

Ausschuss-Mitglied Dirk Kautz meinte im Vorfeld, man solle den Beschluss nicht von der Anschaffung einer Drehleiter abhängig machen. Es wäre sowieso noch Zeit: Denn ein möglicher Kauf eines solchen Fahrzeugs ist erst perspektivisch für das Jahr 2026 vorgesehen. Letztendlich stellt Iden eine Option dar - der Standort könnte nach der derzeitigen Planung mit einem Stellplatz für die Drehleiter erweitert werden. Vorausgesetzt: Die Fördermittel werden bewilligt.

Antrag ist bis zum 31. März zu stellen

Der Arneburg-Goldbecker Verbandsgemeinderat sprach sich während seiner Sitzung am Montagabend im Goldbecker Verwaltungsgebäude mehrheitlich bei drei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen dafür aus, einen Förderantrag bis zum 31. März zu stellen. Das schließt jedoch nicht aus, dass der Rat nach einer eventuellen Förderzusage noch einmal in die Diskussion zu diesem Projekt geht, betonte Verbandsgemeinde-Bürgermeister René Schernikau. Über die innerhalb kürzester Zeit gestiegenen kalkulierten Kosten informierte Bauamtsleiterin Simone Kuhl-mann. Die geschätzten Baukosten lagen vor zwei Wochen noch bei 390 000 Euro. Aktuell muss die Verwaltung mit einer Summe von rund 440 000 Euro rechnen. Der Zuschuss kann bis zu 95 000 Euro betragen.

Mit dem Projekt, das neben der Schaffung eines Stellplatzes auch die Erneuerung des Umkleide- und Sanitärbereiches sowie die Schaffung von Räumen für die Kinder- und Jugendwehr beinhaltet, befassten sich bereits der Bauausschuss und der Ausschuss für Ordnungsangelegenheiten und Brandschutz der Verbandsgemeinde, deren Vorsitzende kurz Fazit zogen. Mike Bardehle und Heiko Packebusch sprachen von einer sinnvollen Maßnahme. Ob allerdings vom Gremium auch der Kauf einer Drehleiter als sinnvoll eingeschätzt wird, steht auf einem anderen Blatt und wird Gegenstand einer Diskussion werden, die während der Sitzung schon kurz „aufflammte“.

Fakt ist: Die Verbandsgemeinde ist nicht im Besitz einer Drehleiter. Im Notfall sind die Wehren aus Stendal, Osterburg und Seehausen nicht weit. Andererseits ist sie für den Brandschutz eigenverantwortlich, wie Schernikau sagte, der den Erwerb einer Drehleiter auch „im Einklang mit der Leistungsfähigkeit der Feuerwehren“ sieht. Alf Diedrich würde sich angesichts der größeren Nachbarfeuerwehren „um die Ecke“ gegen einen Kauf aussprechen, zudem ist die Drehleiter hochsensibel. Die Technik würde sicherlich von den wenigsten Kameraden beherrscht werden. „Auch unsere Feuerwehren sind in der Lage, sie zu bedienen“, entgegnete Bernd Schulze.

Für eine neue Drehleiter muss man (ohne Förderung) tief in die Verbandsgemeinde-Kasse greifen. Rund 700 000 Euro kostet sie. René Schernikau hält aber auch gute gebrauchte für eine mögliche Wahl. Ein von ihm eingeholtes Angebot einer gebrauchten Drehleiter bezifferte sich auf etwa 150 000 Euro. Ein Ergebnis der Risikoanalyse sei es, dass der bisher auserkorene Platz einer Drehleiter in Hohenberg-Krusemark künftig keine Option mehr sei. „Die Wehr kann personell diese Aufgabe nicht mehr stemmen“, hieß es am Montag. Jene Aufgabe könnten die Kameraden aus Iden zusammen mit den Rohrbeckern übernehmen, die schon immer zusammen alarmiert werden. Falls der Idener Standort einen neuen Stellplatz erhält.

Kameraden würden sich weiterbilden

Verbandsgemeinde-Wehrleiter Michael Nix hält eine Drehleiter für notwendig, nicht nur zur Menschenrettung, sondern auch zur Löschhilfe, wie der Einsatz im Dezember in Baben (Wohnhausbrand) gezeigt hätte. Dort kamen die Stendaler zu Hilfe. Nachbarschaftshilfe hin oder her - „der abwehrende Brandschutz liegt im Auftrag der Verbandsgemeinde“, sagt Michael Nix, der sich sicher sei, dass die Kameradinnen und Kameraden die entsprechenden Lehrgänge für die Drehleiter besuchen würden.