Seehausen l Rund anderthalb Jahre hat das sogenannte Integrierte Gemeinde-Entwicklungskonzept (IGEK) die Verbandsgemeinde Seehausen beschäftigt. Verwaltungsleute um Wirtschaftsförderin Lisa Weigelt und Bürgermeister Rüdiger Kloth waren ebenso eingebunden wie die Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK), Kommunalpolitiker, Ehrenamtliche sowie Bürger, die den Kurs für die Entwicklung des öffentlichen Raumes in den kommenden 15 Jahren mitbestimmen wollen.

Das IGEK gilt als bislang umfassendste Bestandsaufnahme der Verbandsgemeinde, in der von den Kitas über Sportstätten bis zu Gemeindehäusern alle kommunalen Immobilien, aber auch sämtliche Institutionen von Vereinen bis zu den Feuerwehren aufgeführt sind. Dazu sind Stärken und Schwächen der ländlichen Infrastruktur aufgeführt und Perspektiven für die Hansestadt sowie die Dörfer formuliert, die von einer Wunschliste an Investitionen begleitet werden.

Investitionen kaum noch ohne Fördermittel

In Zukunft wird das Konzept immer wichtiger, wenn es um die Vergabe von Fördermitteln aus derzeit etwa 7000 existierenden Programmen geht. Projekte, die nicht in der Planung aufgeführt und von den passenden Begleitumständen für die wechselnde Punktsysteme flankiert sind, dürften es ungleich schwerer bei der Umsetzung haben. Die kommunale Praxis zeigt schon länger, dass Investitionen ohne Zuschüsse kaum noch machbar sind. Selbst das IGEK, das mit rund 65 000 Euro Kosten im Haushaltsplan stand, wurde mit 75 Prozent gefördert.

Nachdem das gut 300 A4-Seiten starke Werk Ende vergangenen Jahres vom Verbandsgemeinderat Seehausen bestätigt und bei der Landesverwaltung das erste Mal verteidigt wurde, nahm das Papier vor ein paar Tagen seine letzte Hürde und stellte sich einer Jury der Arbeitsgemeinschaft „Ländlicher Raum“ zur Bewertung.

Die Verteidigung im Landratsamt Salzwedel musste die Wirtschaftsförderin allein übernehmen, weil Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth Mitglied der Jury ist, in der unter anderem beide Altmarkkreise und Fördermittelgeber vertreten sind. Zwei Begleitumstände spielten der Seehäuser Verwaltungsfrau dabei in die Hände. Zum einen konnte sie die neuen Einwohnerzahlen präsentieren. Demnach gibt es zwar noch immer mehr Sterbefälle als Geburten, dafür fällt die Bilanz bei den Zu- und Wegzügen für 2019 positiv aus.

Für die Bewertung des Entwicklungskonzeptes selbst wurde neben dem Endergebnis ausdrücklich die Bürgerbeteiligung durch die Fragebogenaktionen oder der Teilnahme bei den Ortsrundgängen gelobt. Mit der hatten die Veranwortlichen zwar immer etwas gehadert, aber nie aufgegeben, die eigentlich Betroffenen mit ins Boot zu holen. „Fünf von fünf Sternen“ habe man in dieser Bewertungsrubrik bekommen, freute sich Lisa Weigelt. Andere Verbands- oder Einheitsgemeinden standen da offenbar nicht so gut da.

Lang- und Kurzfassung für den Internetauftrit

Und wie geht es weiter mit dem IGEK? Mit der Veröffentlichung ist das Verfahren bis zur ersten Fortschreibung abgeschlossen. Die Zeitung der Verbandsgemeinde kommt dafür allerdings nicht in Frage. Das geht nur auf der Internetpräsenz. Da soll als erstes die Langfassung zu finden sein. Später wird es noch eine 20- bis 30-seitige Kurzfassung geben, die aber erst noch erstellt werden muss.

Nun können die Verantwortlichen nur noch hoffen, dass das IGEK auch die gewollte Wirkung erzielt.