Osterburg l  Der frühere Lehrer und Historiker beeindruckte seine Zuhörer mit einem fotografischen Gedächtnis sowie zahlreichen Fakten, die aufzeigten, wie rege die Hansestädte der Altmark, vor allem aber Stendal und Salzwedel, Handel betrieben. Kaum eine andere Region in Deutschland habe so viele Hansestädte auf engstem Raum aufzuweisen wie die Altmark. Über die acht Hansestädte Stendal, Salzwedel, Gardelegen, Osterburg, Seehausen, Tangermünde, Havelberg und Werben gebe es zahlreiche Zeugnisse ihrer langen Hansetradition, die bis in das 13. Jahrhundert zurück reichen. Salzwedel sei bereits 1263 Mitglied der „Gotländischen Gesellschaft“ geworden, die als Wurzel der Hanse gilt. Ein knappes Jahrhundert später traten die Städte der Altmark dann verstärkt im Hansebund in Erscheinung. Osterburg kam erst 1436 dazu und blieb 50 Jahre Mitglied. Dies allerdings in einer Zeit, in der sich die Hanse in einem steilen Abstieg befand. Während seines Vortrages zeigte Spanier auch auf, wer handelte, womit gehandelt wurde, in welchem Ausmaß und auf welchen Wegen. Waren es am Anfang die Produkte von Landwirtschaft und Fischerei, so war später vor allem auch der Hopfen zur Bierherstellung in Hamburg sehr gefragt. Stendal habe im Handel sehr erfolgreich agiert, Osterburg sei faktisch ein Juniorpartner der Rolandstadt gewesen.

Teilnehmer der Abendveranstaltung waren auch Shauney-Ann Harwart und Pascal Bergmann, die mit Kämmerer Detlef Kränzel gekommen waren. Wie berichtet, nehmen sie vom 21. bis zum 24. Juni an der „YouthHanse“ in Rostock teil. Der Vortrag von Karl-Georg Spanier gab ihnen schon einmal Gelegenheit, sich näher über den Hansebund zu informieren.