Wische l Karsten Reinhardt hört auf. Bei einer Ratssitzung im Januar kündigte der 66-Jährige an, sein Bürgermeisteramt zum 30. April niederzulegen. Der Wendemarker, der sich diesen Schritt reiflich überlegte, führt gesundheitliche Gründe an, die ihn dazu zwangen, nach acht Jahren als Gemeindeoberhaupt der Altmärkischen Wische zurückzutreten.

Die wahlberechtigten Bürger aus Falkenberg, Neukirchen, Lichterfelde und Wendemark müssen einen neuen Bürgermeister wählen. Am 17. Juni sind sie aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Die Frage, für wen, ist noch offen. Bei der gestrigen Gemeinderatssitzung legte das Gremium mit dem 22. Mai den spätmöglichsten Abgabe-Termin der Bewerbungsunterlagen fest. Frühestens darf die Bewerbung mit dem Tag der öffentlichen Bekanntmachung der Stellenaussschreibung bei der Verbandsgemeinde eingereicht werden. Das dürfte heute oder morgen der Fall sein.

Jedem Mitglied aus den Reihen des Wische-Gemeinderates traut Karsten Reinhardt diese ehrenamtliche Aufgabe zu. „Bürgermeister aus dem Rat könnte jeder mit Leichtigkeit werden“, sagt der Wendemarker, der hofft, dass der eine oder andere seine Bewerbung in den Ring wirft. Seine Stellvertreterin Kerstin Musche winkt jedoch ab. „Für mich kommt das definitiv nicht in Frage“, sagt sie. Beruflich sei sie zu sehr eingespannt. Musche wird in der vakanten Zeit – von Anfang Mai bis zur offiziellen Staffelübergabe an den Nachfolger von Karsten Reinhardt – die Geschicke als Bürgermeisterin lenken und auch den Platz von ihm im Verbandsgemeinderat einnehmen.

Ein anderer Name kursierte bereits als Gerücht in den Wische-Dörfern. Der Seehäuser Georg Hermann Holländer, der sich 2016 auch um den Posten des Verbandsgemeinde-Bürgermeisters bewarb, wird laut Aussage jedoch nicht antreten. Einige Bürger seien an ihn herangetreten und meinten, dass er für diese Funktion geeignet sei.

Reinhardt will ab Mai kürzer treten. Der Gesundheit zuliebe. Ob ihm dann die kommunalpolitsiche Arbeit fehlen werde, glaubt er nicht. „Es wird natürlich ein Prozess sein. Aber ich bin bereit, ihn zu gehen.“ Er pflegte stets eine sehr gute und intensive Zusammenarbeit mit den Ratsmitgliedern der Wische und im Verbandsgemeinderat. „Ich war stets ein Verfechter der Verbandsgemeinde. Wir haben einiges auf die Beine stellen können“, sagte er rückblickend über viele realisierte Vorhaben in den vergangenen Jahren in der Altmärkischen Wische, in der rund 850 Menschen ihr Zuhause haben.