Seehausen l Des einen Freud ist bekanntlich des anderen Leid. Das trifft auch auf den Jahrhundertsommer zu, der Deutschland in diesen Tagen fest im Griff hat. Während die Hitzewelle Landwirten,  Einsatzkräften der Feuerwehren, Bauarbeitern, Pflegepersonal  und anderen die Sorgenfalten auf die Stirn treibt, genießen andere das Ferienwetter.

Das ist in Seehausen kaum anders, wo sich die Betreiber des Waldbades nicht über Besuchermangel beklagen können. Schwimmmeisterin Martina Peters und ihre Kollegen sind beim Erfassen der Gästerzahlen derzeit verdächtig auf Rekordkurs. Bis Donnerstagabend hatten sie 12 093 Gäste registriert, wobei die letzten beiden Tage mit 699 und 702 offenbar zahlenmäßig die besten in dieser Saison und auch der Vorjahre waren.

Wenn an den Tagen bis Dienstag, 31. Juli, ein ähnlich großer Ansturm zu verzeichnen ist, könnte der Besucherrekord von 2016 mit rund 15 000 Gästen schon früh wackeln. Nämlich dann, wenn das Waldbad noch einen Monat geöffnet hat. Und für die kommenden Tage soll sich am höchstsommerlichen Wetter bekanntlich nicht viel ändern. Heißt, dass sich die Besucher des mittlerweile 80-jährigen Naherholungszentrums weiter auf Lufttemperaturen von deutlich über 30 Grad im Schatten und Wassertemperaturen von etwa 24 Grad freuen können. Der Seehäuser Bürgermeister Detlef Neumann ist mit den guten Nachrichten aus dem Freibad zufrieden. Reduziert sich so doch auch der Zuschussbedarf, der die klammen Kassen der Hansestadt Jahr für Jahr belastet. Außerdem zeige sich, dass das Bad gebraucht wird. Neumann sieht es aber auch realistisch: Wirtschaftlich gesehen wird das Saisonbad wohl immer ein Zuschussgeschäft bleiben.

Sein Stellvertreter Walter Fiedler ist mit den Zahlen natürlich ebenso zufrieden und hat dazu bemerkt, dass es in dieser Saison viele neue Gäste oder Seehäuser, die lange nicht mehr da waren, in die Erholungsstätte zieht.

Als Vorsitzender des Waldbadfördervereins hat er in diesem Jahr indes noch mehr Grund zur Freunde. Stieß der Spendenaufruf im Februar doch auf große Resonanz (wir berichteten). Auf dem Konto wurde demnach einiges an Einzelposten registriert. Viele Jubilare baten zudem uneigennützig und erfolgreich statt Geschenken um Geld für das Waldbad. Dazu kamen die Einnahmen aus dem Sponsorenlauf der beiden Seehäuser Schulen, mit denen das Spendenkonto mittlerweile auf rund 25 000 Euro anwuchs, so Fiedler auf Nachfrage der Volksstimme. Und mit dem Benefiz-Konzert von „Mick and Stones“ steht ja für Sonnabend, 18. August, noch ein Höhepunkt im Kalender. Demnächst hofft Walter Fieder, die Eintrittskarten für den Auftritt des Seehäuser Chefchirurgen Michael Stachow als Frontmann der Hamburger Rolling-Stones-Coverband in den Händen zu halten, um in den Vorverkauf zu gehen. Eine entsprechende Pressemitteilung folgt noch.

Einen Verwendungszweck für das Geld gibt es auch. Wenn Fördermittel fließen, soll es als Eigenanteil der Stadt für die Sanierung der Filteranlage verwendet werden.