Seehausen l Der Seehäuser Schillerhain ist nach den Herbststürmen des vergangenen Jahres zwar arg gelichtet, aber inzwischen vom gefährlichen Bruchholz beräumt. Rechtzeitig genug, damit die Stadtarbeiter freie Kapazitäten für die Vorbereitung der Sommersaison im Waldbad zur Verfügung haben.

Seit Mitte der vergangenen Woche sind Ralf Näbsch und seine Helfer dabei, das Schwimmbecken auf Vordermann zu bringen. Nachdem die Umlaufrinnen gesäubert und die Abdeckungen montiert wurden, steht derzeit die Reinigung von Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich sowie Sprunggrube im Fokus, wobei vor allem der Hochdruckreiniger wieder zum Einsatz kommt. Mit dem konzentrierten Wasserstrahl und spätestens beim routinemäßigen Abklopfen der Botonflächen offenbart sich dann wieder, welche Spuren die Winterfröste am maroden Becken hinterlassen haben. Nicht nur Näbsch hofft, dass der Reparaturaufwand nicht größer als sonst wird und es mit dem üblichen Spachtelarbeiten und dem neuen Farbanstrich getan ist, damit die neue Saison am Sonnabend, 2. Juni, starten kann.

Wie vom Vorsitzenden des Badfördervereins und Stadtratsmitglied Walter Fiedler zu erfahren war, soll der Badebetrieb bis Sonntag, 2. September, zu den üblichen Eintrittspreisen und im Rahmen der bekannten Öffnungszeiten aufrechterhalten werden.

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Schon nach einer Woche Betrieb steht der Stadt, den Badförderern und allen Seehäusern ein Jubiläum ins Haus. Dann wird der 80. Geburtstag des Waldbades vom Freitag, 8., bis Sonntag, 10. Juni, gefeiert. Die Bekanntgabe des Programms wird ebenso rechtzeitig erfolgen wie der Termin für den Arbeitseinsatz kurz vor der Eröffnung der neuen Badsaison, betonte Fiedler auf Nachfrage der Volksstimme. Und ließ in dem Zusammenhang wissen, dass der Spendenaufruf zur Beckensanierung auf große Resonanz gestoßen sei. Aber Luft nach oben ist immer, so der Vereinsvorsitzende mit Blick auf die dringend nötige Sanierung von Schwimmbecken und Wasseraufbereitungsanlage.

Leider sind Stadt, Kommunalverwaltung und Förderverein noch keinen Schritt weitergekommen, um Zuschüsse zu akquirieren, weil es keinen passenden Fördertopf für die Naherholungsstätte gibt.

Zuletzt hatte Innenminister Holger Stahlknecht abgewinkt, weil sein Haus entsprechende Mittel nur über die Sportförderung zur Verfügung stellen könnte. Die kommt für das Saisonbad aber nicht in Frage. Sein Verweis an das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) „Altmark“ war indes auch nicht von Erfolg gekrönt. Laut Fiedler habe es sogar einen Beratungstermin mit dem ALFF vor Ort im Bad gegeben. Allerdings ohne greifbaren Erfolg.

Und auch die Recherche der neue Wirtschaftsförderin im Seehäuser Rathaus, Lisa Weigelt, ergab, dass über das Amt, das sonst viele Dinge im ländlichen Raum unterstützt, für das Waldbad Seehausen nach jetzigem Stand der Dinge nichts zu erwarten ist. Zumal auch die Begrenzung bei Einzelmaßnahmen so niedrig ist, dass es bei dem Millionen-Projekt nicht greifen würde.

Jetzt wollen die Badförderer erst einmal das Beton-Gutachten abwarten, das eine ehemalige Seehäuserin mit ihrer Hamburger Fachfirma kostenfrei zum Schwimmbecken erstellen will. Dann werde man neue Pläne schmieden, so Walter Fiedler.