Seehausen l Ein Lkw-Mischer, eine mobile Betonpumpe, jede Menge Schalung sowie viele ehren- und hauptamtliche Helfer bestimmten am Vormittag das Geschehen im Waldbad Seehausen und machten aus dem Schwimmbecken fast eine Großbaustelle. In der Tat handelte es sich bei der gestrigen Ak­tion mit Abstand um die umfangreichste und sicher auch kostspieligste Maßnahme zum Erhalt des 81-jährigen Naherholungszentrums unter der Regie des Badfördervereins in den vergangenen Jahren. Ein Spektakel, das sogar ein paar Schaulustige anzog.

Mit dem jüngsten Kraftakt machten die Mitstreiter um Vereins-Chef Walter Fieder einen großen Schritt in Richtung Saisoneröffnung zum 1. Juni. Der Beton wurde angeliefert, um die Fugen zu schließen, die vor allem die „Rentnerbrigade“ des Vereins in den vergangenen Tagen ausgeflext hatte, weil sie Auflösungserscheinungen gezeigt und Wasserverluste provoziert hatten. Allerdings diente das Kies-Zement-Gemisch, das mit Zuschlagstoffen wasserundurchlässig gemacht wird, auch dazu, die rund 70 Zentimeter hohe und etwa 35 Meter lange Wand vom Schwimmer- zum Nichtschwimmerbereich und zur Sprunggrube zu stabilisieren. Auch da hatten Ehrenamtliche den bröckelnden Alt-Beton entfernt, damit die Baufirma Goltz Schalung und Bewährung für das Gießen einer neuen Betonwand anbringen konnte. Letzteres Unternehmen gehört ebenso wie Oberflächenschutz Seehausen zu den Firmen, die dem Verein und damit auch der klammen Stadt oft mit Rat und Tat hilfreich zu Seite stehen.

Die Fachleute vor Ort hofften, mit rund sieben Kubikmetern Beton auszukommen. Die Menge im Vorfeld exakt zu berechnen, war indes nahezu unmöglich, weil die Fugen in Breite und Tiefe ebenso variierten wie die abgestemmte Wand, vor der die Schalung abgebracht worden war.

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Ohne den Einsatz an der porösen Mauer, die dem Sicherheitsgeländer neuen Halt gibt, hätte man die neue Badesaison in den Wind schreiben können, so Fiedler. Er verwies damit auf das zweite Dilemma der Badförderer. Denn sie bessern aufwändig den Beton aus, den sie im Fall einer Förderung lieber abreißen würden, um einem komplett neuen Becken Platz zu machen.

Da die Nachricht über Zuschüsse aber nach wie vor auf sich warten lässt, fokussieren sich Fiedler und Verbündete erst einmal auf die nächsten Ausgaben. Und da konnte der Vereinsvorsitzende aktuell vermelden, dass auch die freigelegten Beckenzuleitungen für das gefilterte Badewasser in Auftrag gegeben sind und rechtzeitig zur Eröffnung fertig sein werden. Fehlen demnächst also „nur“ noch die Endreinigung und der obligatorische Beckenanstrich.