Seehausen l Trotz Corona-Pandemie wollen sich die Mitglieder des Seehäuser Stadtrates am Donnerstag, 25. Februar, mit dem nötigen Abstand im Foyer der Wischelandhalle treffen. Das hat einen beziehungsweise viele triftige Gründe. Ab 19 Uhr stehen nämlich Entscheidungen auf der Tagesordnung, die keinen Aufschub dulden.

Unter anderem wollen die Kommunalpolitiker um Bürgermeister Detlef Neumann dann einen neuen Fördermittelantrag für die Sanierung des Waldbades Seehausen auf den Weg bringen. Die Hoffnungen auf Erfolg sind wohl etwas gedämpft, aber auch in dem Fall heißt es, dass Versuch klug macht. Und so groß sind die Klimmzüge für den „Papierkram“ offenbar nicht.

Wie die Wirtschaftsförderin der Verbandsgemeinde Seehausen, Lisa Weigelt, auf Nachfrage der Volksstimme mitteilte, gehe es dieses Mal um sogenannte PMO-Mittel. Dabei handelt es sich um alte Vermögen von ehemaligen Parteien und Massen-Organisationen, die zu DDR-Zeiten angehäuft wurden und die auch über 30 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung immer mal wieder auf irgend welchen Konten (zum Beispiel in der Schweiz) auftauchen und die laut Einigungsvertrag vorrangig für kulturelle und soziale Zwecke in den neuen Bundesländern einzusetzen sind.

Bei den Formalitäten für die Zuschüsse können die Hansestädter zum Großteil auf dem Förderantrag aufbauen, den sie im September 2020 über das Bundesprogramm zur „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ für besonders finanzschwache Kommunen gestellt haben. Nach einem ersten Anlauf vor zwei Jahren harren die Seehäuser da allerdings noch auf eine Entscheidung. Um die soziale und kulturelle Komponente herauszuheben, wird in dem neuen Förderantrag die Rolle des Naherholungszentrums im Schillerhain für Sport, Freizeit und Gesundheitsvorsorge aller Seehäuser herausgearbeitet.

Weil es bei dieser Neuauflage zur Verteilung von PMO-Mittel bislang noch keine Angaben zur maximalen Zuschusshöhe oder Förderumfängen gebe, gehe man bei der Investitionssumme deshalb weiter von knapp 1,6 Millionen Euro aus, wovon der Löwenanteil auf die Erneuerung des Schwimmbeckens entfallen würde. Die eigentliche Zuschussehöhe würde sich auf 1,44 Millionen Euro belaufen, was wie bei dem anderen Programm einem Fördersatz von 90 Prozent entsprechen würde.

Vielleicht berücksichtigen die Entscheidungsträger dieses Mal ja die Arbeit des Waldbad-Fördervereins, dessen Mitglieder jedes Jahr schier unglaubliche Leistungen vollbringen, um mit der Stadt als Einrichtungsträgerin eine neue Badesaison zu ermöglichen.