Arneburg l Noch ist die neue Halle auf dem Areal der Feuerwehrtechnischen Zentrale des Landkreises im Industrie- und Gewerbepark Altmark (IGPA) leer. Aber schon bald sollen die ersten Maschinen, Geräte und Materialien in das Gebäude „einziehen“. Die Fertigteilhalle als Stahlgerüstkonstruktion, deren Bauarbeiten im Herbst des Vorjahres begannen, soll den Wasserwehren der Region zugutekommen. Den Vertretern des landkreislichen Bauausschusses um Vorsitzenden Bernd Prange war es am späten Donnerstagnachmittag vorbehalten, die Halle mit dem symbolischen Scherenschnitt einzuweihen.

„Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, den Hochwasserschutz zu verbessern“, betonte Landrat Carsten Wulfänger. Und so wurde kräftig investiert. Unterstützung erhielt der Landkreis aus dem Hochwasserschutz-Programm des Landes: Die 30 Meter lange Halle verursachte Kosten in Höhe von rund 260 000 Euro.

Der Standort wurde wohlüberlegt gewählt. Schließlich wird der Umstand, dass sich in der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) die Technische Einsatzleitung des Landkreises befindet, als strategisch günstig eingestuft. Zudem sagte Sebastian Stoll, 2. Beigeordneter des Landkreises, dass im FTZ auch notwendige Sanitäranlagen und andere Einrichtungen, wie beispielsweise eine Küche, vorhanden sind, auf die die Mitglieder der Wasserwehren zurückgreifen könnten. Ein weiterer Punkt dürfte zudem die Nähe des Standortes zur Elbe und demnach zu möglichen Gefahrenorten sein.

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Das Szenario 2013 ist den Feuerwehren und den Bürgern der elbnahen Region noch gut in Erinnerung. Neben dem Deichbruch bei Fischbeck im Juni des genannten Jahres sah es auch lange Zeit in Altenzaun kritisch aus, jener Ort, der sich nur wenige Kilometer vom IGPA Altmark entfernt befindet. Der Deich zwischen Altenzaun und Osterholz drohte zu brechen. Bundeswehrsoldaten, Mitglieder von freiwilligen Feuerwehren und Hunderte von freiwilligen Helfern sicherten ihn damals mit Tausenden Sandsäcken. Mittlerweile wurden die meisten Deiche in der Altmark auf Vordermann gebracht – und auch der Deichkörper bei Altenzaun ist bis auf einen Abschnitt bei Rosenhof, der im Herbst dieses Jahres fertiggestellt werden soll, saniert.

Für den Ernstfall ist der Landkreis jedoch gewappnet. Die Mitglieder der Wasserwehren der Verbandsgemeinden Arneburg-Goldbeck, Seehausen und Elbe-Havel-Land sowie die Wasserwehren der Einheitsgemeinden Tangermünde und Tangerhütte finden mit der Halle samt Umfeld auch einen idealen Ort zum Trainieren. Wie Stoll am Donnerstag vor den Mitgliedern des Bauausschusses äußerte, würden die Akteure auf dem Gelände im Industriegebiet an Übungstagen niemanden stören.

Schon recht bald sollen die bisher in einer angemieteten Halle auf dem Flugplatz Borstel aufbewahrten Maschinen und andere Gegenstände nach Arneburg gelangen: Das betrifft auch die 160 000 Sandsäcke, die auch regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht werden. Des Weiteren wird die neue Halle Standort für Sandsackfüllmaschinen, Boote, Lkw, Zelte und andere Ausrüstung für die Wasserwehren des Landkreises sein. Eventuell auch für einen neuen Transporter, der beantragt, aber noch nicht genehmigt wurde, wie Denis Gruber, 1. Beigeordneter, meinte.