Polkern l Weil die Einheitsgemeinde 2017 günstig an Ziegelrecycling herankam, packte die Kommune die Gelegenheit beim Schopf, um die Verbindung zwischen Polkern und Drüsedau ein Stück weit auf Vordermann zu bringen. „Die Strecke war in einem sehr schlechten Zustand, darauf hat auch Kreveses Ortsbürgermeisterin Jutta Berger öfter hingewiesen“, begründete Matthias Köberle. Nach seinen Angaben sei es ähnlich schlecht um einen nebenher verlaufenden Radweg bestellt, das frühere Teilstück des Altmärkischen Radrundkurses sei faktisch nicht mehr erkennbar.

In den Fokus der Kommune rückte aber der eigentliche Weg. Als Bauleute Hand an ihn legten, brachten sie das Ziegelrecycling auf eine Breite bis zu sechs Metern auf die Strecke auf. Und schossen damit offenkundig ein Stück weit über das Ziel hinaus, nach den rechtlichen Regelungen dürfte der durch ein Landschaftsschutzgebiet verlaufende Weg nur auf einer Breite von maximal vier Metern befestigt sein.

Die Maßnahme auf der Verbindung Polkern-Drüsedau habe schließlich die untere Naturschutzbehörde auf den Plan gerufen, teilte Bauamtsleiter Matthias Köberle mit. Die Kreisbehörde, mit der die Arbeiten nicht abgestimmt gewesen seien, nahm Kontakt zur Einheitsgemeinde an. Und fordert nun Nachbesserungen sowie „Ausgleichsmaßnahmen für die Teilversiegelung der Flächen an“, erklärte Matthias Köberle. Vor allem sei die Einheitsgemeinde angehalten, die mit Ziegelrecycling ausgebesserte Wegefläche auf eine Breite von vier Metern zurückzubauen. Zudem habe man sich auf Bankette an den Rändern sowie auf Ersatzpflanzungen verständigt, fügte der Bauamtsleiter hinzu. Dabei handelt es sich aber um keine Sanktionierung, „diese Forderungen wären auch erhoben worden, wenn wir uns vor der Maßnahme an die Naturschutzbehörde gewandt hätten“, erklärte Matthias Köberle.

Bei den vereinbarten Anpflanzungen handelt es sich um insgesamt 19 Bäume, die nach den Vorstellungen der Kommune bis zum November ihren neuen Standort finden werden. Den Rückbau des Weges sowie die Bankette will die Einheitsgemeinde deutlich früher in Angriff nehmen. „Das soll zeitnah der Fall sein“, sicherte Matthias Köberle abschließend zu.