Krüden l Das letzte Mal wurde an der rund 3,6 Kilometer langen Piste zu tiefsten DDR-Zeiten Hand angelegt und schwarze Schlacke eingebracht. Mit der Befahrbarkeit war es zuletzt allerdings sehr schlecht bestellt, was sich im Zeichen des Klimawandels, der steigenden Waldbrandgefahr und damit einhergehenden Großschadensereignissen aber rächen könnte.

Letzteres war auch der Hauptgrund für die Gemeinde Aland, eine Möglichkeit zu nutzen, um im großen Stil zu günstigen Konditionen an als umweltverträglich zertifizierten Ziegelbruch einer Wittenberger Recyclingfirma zu kommen (wir berichteten) und damit eine beschränkte Nutzung des Weges wieder zu ermöglichen. Denn der erschließt mit seinen Bypässen einige hundert Hektar Wald in den Gemeinden Aland und Zehrental bis nach Seehausen.

Beschränkt heißt in dem Fall, dass die nicht öffentliche Verbindung, die bei Tannenkrug auf die B 190 beziehungsweise auf die Kreisstraße aus Richtung Lindenberg mündet und damit noch ein Stück Gemarkung der „Altmärkischen Höhe“ tangiert, auch von den anliegenden Wald- oder Ackerbauern, dem Forstamt sowie den beauftragten Fachfirmen benutzt werden darf und darüber hinaus Radfahrern zur Verfügung steht.

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In erster Linie ist der Losser Weg für die Mitglieder des Gemeinderates Aland um Bürgermeister Hans-Joachim Hildebrandt allerdings nach wie vor ein wichtiges Stück Brandschutz und soll im Ernstfall die Löschwasser-Logistik in einem großen Einzugsgebiet sichern helfen. So wie die alte B 189, als im Spätsommer 2018 bei Seehausen der große Waldbrand ausbrach und nur schwer unter Kontrolle zu bringen war.

Gerade, weil der Weg nicht zum Selbstzweck erneuert wird, findet es Hildebrandt bedauerlich, dass sich die Nachbargemeinde Zehrental noch nicht zu einer ähnlichen Maßnahme auf ihrer Seite durchgerungen hat. Wobei die Konditionen derzeit besonders günstig scheinen, die Investitionen bei den zuständigen Forst- und Umweltbehörden schnell Zustimmung fanden und unter der Regie der Verbandsgemeinde Seehausen als Träger des Brandschutzes entlang des Losser Weges sogar noch neue Löschbrunnen angelegt werden sollen.

Wie viel die Gemeinde Aland zahlen muss, steht erst nach dem Ende der Bauarbeiten fest. Aber mit der Refinanzierung durch das Recyclingmaterial rechnet Hildebrandt für „seinen“ rund 2,1 Kilometer langen Abschnitt nur mit einem Betrag von etwa 10 000 Euro. Dafür werden in den kommenden Tagen geschätzt 12 000 Tonnen aufbereiteter Ziegelbruch mit acht Sattelaufliegern antransportiert, die eine Osterburger Baufirma planiert und verdichtet. Wobei auch Ausweichstellen entstehen und die Auf- beziehungsweise Abfahrten zu den Seitenwegen gleich mit befestigt werden sollen.