Osterburg l Es ist Geduld gefragt. Die Sporthalle der Sekundarschule an der Ballerstedter Straße steht dem rund 200  Mitglieder zählenden Osterburger Sportverein Eintracht bereits seit Mitte März nicht zur Verfügung. Hygiene-Konzept, Hygiene-Beauftragter, Mindestabstände und weitere Auflagen machen das Sporttreiben in der Halle zu schwierig. „Wir wollen ja beim Sport Spaß haben“, betont Jörg Gerber, der seit neun Jahren Vorsitzender der Eintracht ist.

Gerber erhält viele Anrufe in diesen Tagen. Die Frage, ob die Sporthalle wieder benutzt werden kann, musste er bisher verneinen. Obwohl das Warten bereits seit über drei Monaten „schon bedauerlich“ sei, hat der Vorsitzende für die Auflagen während der Corona-Zeit Verständnis. „Die Gesundheit der Sportler steht an erster Stelle“, sagt der 68-Jährige, der selbst an der Tischtennis-Platte und am Volleyballnetz aktiv ist.

Natürlich gibt er zu, dass sich die Eintracht-Riege nach den vom Land ausgehenden Lockerungen schon gefreut hat. Gymnastik-Damen, Volleyballer, Lauffüchse, Tischtennisakteure und Kraftsportler stehen in den Startlöchern, wollen wieder ihren Hobbys nachgehen. Die für das Training in der Sporthalle notwendigen Auflagen sind aber zu hoch. „Wir müssten einen Antrag beim Landkreis stellen“, sagt Gerber. Das sei jedoch die kleinste Hürde.

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Der Eintracht-Chef erläutert am Beispiel der Tischtennisspieler, die sich stets an Freitagen in der Halle trafen, das mögliche Trainingsbild: Vor dem Training sind die Platten und Halterungen zu desinfizieren. Die Sportler müssten ihre eigenen Bälle mitnehmen, die sie auch nur selbst berühren dürften. „Die müssten natürlich auch gekennzeichnet sein.“ Mindestabstände sind zu gewährleisten, das Nebeneinander-Sitzen auf den Bänken ist untersagt. Duschen und Umkleiden sind tabu. Hinzu kommt, dass bei den Tischtennis-Akteuren das Durchschnittsalter der Mitglieder etwas höher liegt. Das hat zur Folge, dass das Training mit Kindern und Jugendlichen nur bedingt möglich ist. Eltern müssten die Jüngeren an der Eingangstür sozusagen abgeben. Somit ist der Sport unterm Hallendach mit Spaßfaktor nicht realisierbar. Anders verhält es sich für einige Volleyballer, die mit Erlaubnis des Pächters und des Osterburger Bürgermeisters die Beachvolleyball-Anlage im Biesebad nutzen können. Allerdings auch mit Einschränkungen. Für die Gymnastik-Damen hätte sich eine Lösung in der städtischen Linden-Sporthalle ergeben. Da jedoch die Schüler dort aufgrund der Abstandsregelungen ihren Essensbereich einrichten mussten, müssen auch die Damen auf ihr Training derzeit verzichten. Sie hätten dafür Verständnis, sagt Jörg Gerber. Die Kraftsportler würden ebenso gern in „ihren“ Raum in der Halle zurück. Aber die Antragsformalitäten mit der Genehmigung würden sich bis Mitte Juli hinziehen.

Da die Sommerferien schon vor der Tür stehen und somit die Halle für eine vierwöchige Zeit geschlossen wird, droht der Eintracht eine Pause des Hallentrainings bis Mitte August. „Wir hatten schon gehofft, dass der Landkreis notwendige Arbeiten früher durchführt“, spricht Gerber Tätigkeiten an, die der Kreis als Nutzer der Stätte in den Ferien plant. Wünschenswert wäre gewesen, wenn diese Wartungsarbeiten bereits über die Bühne gegangen wären – und die Halle in den Ferien offen stehen würde.

Heute auf den Tag genau wird der Sportverein Eintracht 30 Jahre alt. Am 27. Juni 1990 kamen im alten Kinosaal Sportler von Dynamo, Traktor, Einheit und der ZBO zusammen, um gemeinsam einen neuen Verein zu gründen. Das Jubiläum soll mit dem nächsten Sportlerball, den Jörg Gerber und „seine“ Mitstreiter seit 2012 jährlich in der Lindensporthalle organisieren, gefeiert werden.