Rohrbeck/Wische l Es war so gut angelaufen. Mehr als 30 Veranstalter hatten sich für die vierte Auflage der „Kultourspur“ angemeldet. Darunter alte Hasen und einige neue. Abermals galt das Ansinnen des Wischevereins: Kunst und Kultur an schönen oder besonderen Orten zeigen, dazu Kulinarisches kredenzen für eine schöne Einkehr mit Stil, Menschen in Bewegung bringen, die Schönheit der Wische erfahrbar machen, das Wir-Gefühl stärken... Aber, ach. Der Wischeverein zieht wegen der Corona-Pandemie die Notbremse. Vor einem Monat habe der Verein sich bei den Veranstaltern umgehört, wie sie es denn sehen. Der Grundtenor sei gewesen, noch ein bisschen abzuwarten. „Aber jetzt mussten wir eine Entscheidung treffen, es geht ja auch um den Druck der Broschüre“, sagt Vereinsmitglied Kerstin Sasse. Eine Umfrage unter den Vereinsmitgliedern dieser Tage habe eine eindeutige Antwort ergeben: „Ganz klar, wir sagen die Kultourspur ab.“ Denn selbst wenn bis Pfingsten „die Begegnungsbedingungen“ weiter aufgelockert sein sollten, „wäre die Kultourspur mit den immer noch bestehenden Beschränkungen nicht das, was sie sein soll. Sie steht ja für Verbindung und Nähe“.

Veranstalter sind 2021 bestimmt wieder dabei

Die Maßnamen würden der schönen lockeren Atmossphäre sicher schaden. „Und dann ist auch noch die Frage, ob sich die Menschen unter den Bedingungen überhaupt auf den Weg machen würden“, so Kerstin Sasse. Ihr Mann, der Vereinsvorsitzende Helmut Sasse, ist guter Dinge, dass viele der Veranstalter im nächsten Jahr „wieder dabei“ sind. Ein Ausweichtermin 2020 stehe nicht zur Debatte. Erstens zieht sich die Corona-Krise ja allem Anschein sehr in die Länge, „und zweitens ist der richtige Termin für die Kultourspur einfach mal Pfingsten“, sagt Kerstin Sasse. Wo führe es außerdem hin, wenn alles jetzt ausfallende in der zweiten Jahreshälfte nachgeholt werden soll. „Das geht ja gar nicht, im Herbst ist ja auch viel los.“

Was für die „Kultourspur“ gilt, gilt auch für Himmelfahrt. Der Wischeverein hatte in den vergangenen Jahren für die Ausflügler jeweils eine Übersichtskarte mit so genannten „Wischepunkten“ erstellt. Wer bietet was, wo und wann an? Der Verein selbst lud auf den Hof Sasse nach Rohrbeck, sorgte für Musik, Knacker, Kuchen, Gezapftes und Kinderspiele – im nächsten Jahr wieder.

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Bereits an die 600 Nistkästen gebaut

Für die Finanzierung der „Kultourspur“ haben Vereinsmitglieder in den zurückliegenden Monaten wieder eifrig Nistkästen alias Wischehäuschen gebaut. „Im Moment stagniert der Verkauf, es ist diese komische Zeit“, sagt Helmut Sasse. Aber die Bilanz kann sich schon sehen lassen: Anfang 2017 beschloss der Verein, 1000 Nistkästen zu bauen. Für die Vogelwelt, als Symbolwirkung für das Zuhause Wische – und um für die Vereinsprojekte Geld einzunehmen. Ein Wische-Häuschen kostet 16,50 Euro, abzüglich der Materialkosten bleiben rund 10 Euro beim Verein. Gebaut wurden bisher rund 580 Kästen, verkauft 540. Neben Sponsor-Geldern seien die Vogelhäuschen ein wichtiger Bestandteil zur Finanzierung der „Kultourspur“. Nun bleibt das Geld liegen. Für die vierte Auflage in 2021, hoffentlich ohne Corona.