Bretsch l Seit dem Westerntreffen zu Pfingsten kamen hunderte von Westernfans nach Cody City, zogen mit Sack und Pack in eine der Hütten und entspannten in der Altmark. Oft tauchten dann deren Freunde auch noch auf, die ebenfalls einmal die angenehme Atmos-phäre erleben wollten, für die Cody City bekannt ist.

Manfred Zimmerhackl alias „Crazy Horse“ gehört seit 2003 zu den Stammgästen. Er stand mit seinem Freund Erwin Giggel 2009 sogar am Grab von dessen Idol Buffalo Bill in Amerika. Ein Originalfoto soll künftig den Eingang des Geländes zieren, und darunter die Aufschrift: „Die Legende lebt weiter.“ Allerdings gab Giggel zu: „Heute bin ich mal als Texas-Ranger unterwegs.“ Ihm gefällt das Wiedersehen mit Freunden und Bekannten. Zu den jüngsten zählt das Paar Gabi Eisenberg und Reinhard Martin aus Arneburg. „Ich hatte eine Westerngruppe in Nordrhein-Westfalen, und vor drei Jahren kam ich auf Bretsch“, erzählte der als Doc Hollywood verkleidete Westernfan, der außerdem Sportschütze ist. In seiner Arzttasche - „die hat hier jeder“ - versteckten sich das unzeitgemäße Smartphone und ein Portemonnaie, gab er zwinkernd zu. Immerhin näht die gelernte Schneiderin ihre Kleider selbst. Beide finden: „Hier wurde etwas Wunderschönes geschaffen.“

Freude an Materie

Die Adresse Pullman City im Harz ist ihnen übrigens genauso gut bekannt wie Rainer und Sven Thürnau aus Hamburg, die dort mit Erwin Giggel in Kontakt kamen. Vater und Sohn stiegen jetzt in Cody City in Irma‘s Hotel ab und hatten ihre Freude daran, in die Materie einzutauchen. Natürlich sind Schwester und Freundin ebenfalls Westernfans. „Hier ist es so schön, weil hier alles natürlich ist. Kein Strom, Wasser kommt aus dem Brunnen. Ria und Uli Fels aus der Nähe von Bodenteich zog es in diesem Sommer ständig in die Altmark.

Bilder

Der gebürtige Osterburger Klaus Zänkert, der 33 Jahre an der Ostsee lebte und schließlich nach Arendsee zog, hat das kleine Paradies für sich entdeckt und den Verein ins Herz geschlossen. In der Stadt hat er als Sheriff inzwischen das Sagen.

„Als ich 16 war, meinte meine Mutter, ich bräuchte ein Hobby. So fing es an“, erzählt Lutz Lehrmann aus Magdeburg immer wieder gern. „Sieben Ratsfeuer“ wurde am 5. Oktober 1963 gegründet und war der 4. Indianerverein der DDR. 1964 lernte Lehrmann dort seine Frau kennen. Beide sind ihrem Hobby treu geblieben und Giggel verbunden.

Die ehemalige Kitaleiterin Heidrun Lemme ist eine von den Bretschern, die einfach mal gucken wollten, was es Neues bei Buffalo Bill gibt. „Erwin hatte immer ein offenes Ohr für den Kindergarten. Ich mag die Atmosphäre und auch die Musik und die Tanzfläche hier.“ „Die haben wir vom Reit- und Sportverein bekommen“, klärte Giggel auf. Gemeinsam mit Harald Labod sorgte er später im Duett tatsächlich für tolle Tanzstimmung, nachdem sich sein Freund Willy Maaß aus gesundheitlichen Gründen zurückziehen musste. Nach der Saison ist vor der Saison. Die Legende lebt weiter.