Osterburg l Die „Pflicht“ haben die Wettbewerbsteilnehmer schwarz auf weiß. Nach den Vorstellungen der Bauherren in spe aus der Osterburger Wohnungsgesellschaft ist auf dem Gelände eine zweigeschossige Wohnbebauung plus ausgebautem Dachgeschoss angedacht. Dies unter Berücksichtigung nachhaltiger Bauweisen und weitgehender Barrierefreiheit. „Und es soll schön aussehen“, formulierte Bürgermeister Nico Schulz (CDU) die „Kür“ des Projektes, dass die Kommune erst seit relativ kurzer Zeit auf dem Zettel hat.

Denn nach dem Abriss der „Cinema-Lichtspiele“ flirtete die Einheitsgemeinde ganz offen mit Verkaufsabsichten. „Interessierte Investoren gab es zur Genüge“, blickte Schulz zurück. Klärungsbedarf beim Verlauf der Grundstücksgrenzen sowie die erst Ende Juni im Stadtrat entschiedene Frage der Neugestaltung des benachbarten Knotenpunktes Seehäuser Straße/Krumker Straße (dort soll ein Mini-Kreisel entstehen) benötigten aber Zeit, in der sich für die Kommune eine neue Möglichkeit auftat. In Form des Architektenwettbewerbes „Mut zur Lücke“. „Eigentlich war ich davon ausgegangen, dass es ihn nicht mehr gibt. Als das Verkehrsministerium dann aber doch die mittlerweile fünfte Auflage ankündigte, haben wir diese Chance ergriffen“, sagte Schulz. Denn für den Wettbewerb steht im Ministerium ein Fördertopf bereit, der die planerische Wettbewerbsarbeit der Architekten für Osterburg zur Gratis-Angelegenheit macht. Das hat die Einheitsgemeinde bereits schriftlich, die Zusage für eine 100-prozentige Förderung in Höhe von 72.292 Euro ist den Osterburgern längst ins Rathaus geflattert. Und dabei bleibt es nicht: Denn wird das Siegerprojekt später in die Tat umgesetzt, stehen dafür weitere Förderoptionen im Raum.

Bis dahin geht aber noch Zeit ins Land. Am Donnerstrag trafen sich die Wettkampfteilnehmer zu einem Kolloquium im Saal des Osterburger Verwaltungsgebäudes. 15 Architekten aus dem gesamten Bundesland wollen danach eigene Ideen für die Wohnbebauung zu Papier bringen. Die Planer stammen aus Halle, Magdeburg, Dessau, Halberstadt, Bernburg oder auch der Altmärkischen Wische, auch ein Hamburger sei dabei, sagte Henri Gnauert. Der Magdeburger Architekt, der die bauliche Entwicklung Osterburgs schon seit Jahren als Stadtplaner begleitet, übernahm es gemeinsam mit Bauamtsleiter Matthias Köberle, die Wettbewerbsteilnehmer genauer über das „Kino“-Grundstück zu informieren, auf Fragen zu antworten und sie schließlich zur Baulücke an die Seehäuser Straße zu führen.

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Zum 16. Oktober sollen die Entwürfe der Architekten vorliegen, für den 16. November steht die Preisverleihung an. Später sollen die Entwürfe öffentlich ausgestellt werden. Zur gleichen Zeit dürfte sich die Einheitsgemeinde übrigens schon in einem weiteren Architekturwettbewerb befinden, den die Kommune aber in Eigenregie auslobt. „Wir haben bislang nur gute Erfahrungen mit Architektenwettbewerben gemacht. Deshalb möchten wir auch bei unserer Suche nach einem möglichst guten Entwurf für unseren Rathaus-Anbau an der Burgstraße diesen Weg einschlagen“, kündigte Nico Schulz auf dem Kolloquium des „Mut zur Lücke“-Wettbewerbes an.