Osterburg l Sorgfältig vorbereitet war das erste Treffen ehemaliger Mitarbeiter der Handelsorganisation Osterburg (HO), das am Mittwochnachmittag im Biesecafé veranstaltet wurde. Der Großhandel war zu DDR-Zeiten vollkommen verstaatlicht, der Einzelhandel zu großen Teilen verstaatlicht oder genossenschaftlich betrieben, nur wenige Geschäfte waren in privater Hand belassen. Vom großen HO, einem Bekleidungshaus, bis zum Getränkestützpunkt auf dem Lande, vom Hotel bis zur Gaststätte, vom Bekleidungsladen Jugendmode bis zum Autoersatzteilhandel war die HO die Eigentümerin. Und die Frauen, die sich jetzt zu der gemeinsamen Runde einfanden, hatten alle dort einmal gearbeitet. 1948 wurde die HO gegründet und einige waren damals schon dabei. Sie begannen ihre Lehre in der Handelsorganisation.

Der gemeinsame Blick zurück ist eine Idee von Helga Lorenz, Anneliese Winter, Renate Biermann, Hannelore Leitz und Siegrid Kurze. Sie suchten und tauschten Adressen aus, schrieben ehemalige Kolleginnen an und luden sie zum Treffen in das Biesecafé ein. Dennoch zeigten sich die Organisatorinnen am Mittwochnachmittag von der großen Resonanz überrascht. Damit habe niemand gerechnet, sagte Anneliese Winter bei der Begrüßung. Die Organisatorinnen hätten sich 20 bis 30 Teilnehmerinnen erhofft. Am Ende waren es aber schließlich 56, die ihre Teilnahme zugesagt hatten. Aus vielen Gesprächen und Telefonaten hatten sie heraus gehört, dass so ein Treffen gewünscht sei und da es so gut angenommen wurde, sollte es auch nicht das letzte gewesen sein. Mitarbeiterinnen aus allen Bereichen waren gekommen. Aus den Kaufhallen, der Verwaltung, der Deko oder der Berufsakademie. Alles war vor gut 25 Jahren beendet worden und nun habe man wieder zusammen gefunden.

Anneliese Winter bezeichnete die gemeinsame Runde als „Treffen der Generationen“. Schließlich seien einige Frauen dabei, die schon in den 50er Jahren bei der HO arbeiteten, Und ebenso saßen Frauen mit am Tisch, die erst kurz vor der Wende dazu kamen. Alle hätten sie ein Stückchen HO-Geschichte mitgeschrieben. HO-Geschichte war dann auch im Biesecafé zu sehen, Anneliese Winter hatte nämlich Kleider mitgebracht, die es einst in der HO zu kaufen gab und die sie alle erworben hatte. Auch Gastwirt Jörg Schütze hatte einen kleinen Beitrag vorbereitet, servierte er doch Kuchen und Schnittchen auf Tellern, auf denen noch der Stempel HOG (HO-Gaststätte) zu sehen war.

Während der gemeinsamen Kaffeetafel und danach gab es natürlich viel zu erzählen. Zur Unterhaltung hatten die Organisatorinnen auch eine Tombola vorbereitet, bei der jede der Anwesenden auch einen Preis gewann. Dabei ging es richtig lustig zu, so war beispielsweise eine Fliegenklatsche eine Jagdausrüstung oder als Nähzeug wurde eine Sicherheitsnadel angeboten.