Krevese l Bestes Grillwetter erwischten die Gäste des Veteranentreffens der STKM (VEB Straßen-Tiefbau, Kombinat Magdeburg, Betrieb Nord Stendal) kürzlich bei Willi Rehhagen in Krevese. Seit vielen Jahren pflegen die ehemaligen Kollegen ihre Kontakte. Nach einem Jahr Pause kamen 16 von ihnen wieder zusammen.

Mit einer Schweigeminute für ihre verstorbenen Kameraden Werner Lewowski aus Tangermünde, Günter Gohlke aus Stendal und Walter Mietreich aus Insel begann das Zusammensein. Traditionell telefonisch hatten sich die Veteranen über den Termin verständigt. Karl-Heinz Schmuck kam wieder gern aus Magdeburg angereist. Günter Tramp aus Hindenburg hatte es da nicht so weit. Begeistert erzählen sich die Tiefbauer heute noch Anekdoten und blicken auf eine aufregende Zeit zurück.

Der Gastgeber selbst Willi Rehhagen ging 1968 bei der STKM in Schönebeck in die Lehre, arbeitete mit Wolfgang Böhm zusammen. Als Straßen- und Tiefbaufacharbeiter fing er nach der Armee in Stendal an: Produktionsbereich Nord, Heerener Straße 4. Über 150 Angestellte wies der Kombinatsbetrieb mit Spezialisierung auf Tief- und Straßenbau auf: Baumaschinisten, Kraftfahrer, bauleitendes Personal. 1974 war für Rehhagen erst mal Schluss mit Tiefbau. Die LPG Tierproduktion Flessau lockte mit Wohnraum für Mitgliedschaft. Nach der Wende begann er in Stendal bei der Tief- und Hochbau GmbH, Bauleitung. 1993 stieg er mit Bernd Stottmeister in die Selbstständigkeit ein, Straßen Tief- und Hochbau, 1997 Insolvenz. Bis 2013 biss sich Rehhagen allein durch. Dann Rente. „Aus heutiger Sicht mache ich drei Kreuze, dass es vorbei ist. Jetzt ist es noch stressiger, bürokratischer, selbstständig zu sein“, sagt Rehhagen.

Mit seinen ehemaligen Kollegen schaut er in die Brigadebücher. Neben Ölverbrauch und Überstunden finden sich auch Fotos vom Tag des Bauarbeiters, von Angelausflügen... Zwei Busse voller Garley Bier, 500 Bratwürste und 500 Steaks begleiteten den Betriebsangeltag. Fotos zeugen außerdem 1985 von den Arbeiterfestspielen in der Leninallee Stendal. Grund zum Schmunzeln haben die ehemaligen Kollegen heute immer. Günter Tramp hat alles gesammelt. Bald kommen wieder Helm und Spaten zum Einsatz. Willi Rehhagen wird im Oktober 70. Dann erklingt auch das „Lied von Sosa“.