Osterburg l Seit 2014 treibt die Einheitsgemeinde Pläne voran, die in Sachen Windkraft die kommunale Kasse klingeln lassen sollen. Auf eigenem Grund und Boden, der an den bereits bestehenden, zwischen Storbeck, Klein Ballerstedt und Osterburger Stadtrandsiedlung gelegenen Windpark grenzt, könnten danach zwei Anlagen aufgestellt werden. Voraussetzung: Die betreffende Fläche, die auch ein in Privathand befindliches Grundstück umfasst und deshalb sogar die Errichtung von drei Anlagen erlaubt, muss sich als Vorranggebiet „Wind“ im gleichnamigen Teilplan der Regionalen Entwicklungsplanung wiederfinden. Dies habe die Regionale Planungsgemeinschaft Altmark jetzt beschlossen, teilte Osterburgs Bürgermeister Nico Schulz am Freitag mit.

Zwar hatte sich die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises in einer Stellungnahme gegen die Erweiterung ausgesprochen, weil im betreffenden Territorium der Rotmilan beheimatet sei. Die Planungsgemeinschaft habe diese Einwände aber beiseite geschoben, so Schulz, der die Argumentation der Kreisbehörde als „inhaltlich falsch“ bezeichnete. Nicht zum ersten Mal. Schon während einer Kreistagssitzung im November hatte Schulz darauf verwiesen, dass der gesetzlich geforderte Mindestabstand von 1500 Metern zwischen Windrad und Horst eingehalten werde, er belaufe sich sogar auf 2000 Meter. Schließlich müsste der Rotmilan über die Autobahn 14 (wenn sie erbaut ist) hinweg und zudem am bereits bestehenden Windpark vorbei, um zu den neu geplanten Anlagen zu gelangen. Das sei nicht schlüssig, zumal sich in direkter Nachbarschaft zum Horst Äcker und Niederungen befinden, sagte Schulz im Kreistag.

Die Regionale Planungsgemeinschaft setzte sich über die Bedenken der Naturschutzbehörde hinweg und nahm die Fläche in den Teilplan „Wind“ der Regionalen Entwicklungsplanung auf. Dieser Vorgang werde jetzt noch einmal im Verkehrsministerium überprüft. Dabei stünden aber nicht inhaltliche Fragen sondern Themen wie der Verfahrensweg im Vordergrund. Zeitgleich sei bereits das Genehmigungsverfahren nach dem Bundes-Immisionsschutzgesetz angelaufen, sagte Schulz. Deshalb sei er sehr zuversichtlich, dass die Windkraftanlagen wie geplant im kommenden Jahr errichtet werden können, fügte der Bürgermeister hinzu.