Osterburg l Seit 2014 forciert die Einheitsgemeinde Pläne, die unmittelbar am bereits bestehenden Windpark Storbeck I ein weiteres Gebiet mit drei neuen Anlagen vorsieht. Zwei dieser Windräder würden auf kommunalem Boden stehen, an ihnen will sich die Einheitsgemeinde zu jeweils 20 Prozent beteiligen. Und Einwohnern der Einheitsgemeinde die Möglichkeit einräumen, sich selbst bei den Stromerzeugern einzukaufen. „In Form von Schatzbriefen“, erklärt Nico Schulz.

Ministerium moniert geringe Größe

Osterburgs Bürgermeister sah die planerische Vorarbeit für den neuen Park bislang auf einem guten Weg, Ende vergangenen Jahres nahm die Regionale Planungsgemeinschaft Altmark die anvisierte Fläche schließlich als Vorranggebiet Wind in den gleichnamigen Teilplan der Regionalen Entwicklungsplanung auf. Nun aber gibt es Gegenwind. Der bläst den Osterburgern aus dem Verkehrsministerium entgegen. Dort gibt es offenkundig Bedenken, dass der neue Windpark mit Ausgleichsmaßnahmen im Zuge des Autobahnbaus kollidieren könnte. Außerdem wirft die überschaubare Größe des Vorranggebietes Fragen auf. Die falle kleiner aus als die 20 Hektar, auf die sich die Regionale Planungsgemeinschaft einst selbst als Mindestgröße für ein entsprechendes Gebiet verständigt hatte.

Für Nico Schulz kein Aspekt, an dem der offiziell „Storbeck II“ benannte Windpark scheitern könnte. „Diese Mindestgröße steht in keinem Gesetz sondern ist eine Entscheidung der Planungsgemeinschaft. Deshalb stellt sie für mich nur ein weiches Kriterium dar. Zumal die Planungsgemeinschaft mit der Bestätigung eines Windparkes in Tangeln auch schon unter Beweis gestellt hat, diese Vorgabe in Ausnahmefällen zu unterschreiten“, sagte Schulz. Tangeln sei schlussendlich zwar nicht verwirklicht worden. „Aber das lag nicht an der Größe. Sondern war dem Umstand geschuldet, dass Auswirkungen auf zwei Rotmilanstandorte in der Nähe befürchtet wurden“, sagte er. Schulz verwies zudem darauf, dass die drei Anlagen von „Storbeck II“ unmittelbar an den bereits stehenden neun Windrädern von „Storbeck I“ angrenzen und damit quasi zu einem Gebiet verschmelzen.

Ausgleichsmaßnahme soll verlegt werden

Beim zweiten mutmaßlichen „Stolperstein“, der Ausgleichsmaßnahme, handelt es sich um die angedachte Aufwertung einer bereits bestehenden Hecke durch weitere Baum- und Strauchpflanzungen. Die Hecke soll dazu dienen, Fledermäuse in ihrem Flug zu lenken.

Aus Sicht der Einheitsgemeinde soll die Hecke bei Storbeck dagegen bleiben wie gehabt. Damit wäre der befürchtete Konflikt zwischen neuen Windanlagen und Hecke aus der Welt. Und die Ausgleichsmaßnahme könnte an einem anderen Ort in die Tat umgesetzt werden. „Wir schlagen den Lindhof zwischen Polkern und Drüsedau vor. Dort könnte sie für Fledermäuse auch noch eine stärkere Wirkung entfachen, schließlich ist die Fläche am Lindhof größer“, sagte der Bürgermeister. Der Stadtrat vertritt die gleiche Auffassung. In ihrer vor wenigen Tagen verabschiedeten Stellungnahme zum Autobahn-Abschnitt Uenglingen-Osterburg empfehlen die Kommunalpolitiker die Verlegung der Ausgleichsmaßnahmen zum Lindhof.

Nach Ansicht des Bürgermeisters dürften die Bedenken aus dem Verkehrsministerium kaum dazu taugen, die Windkraft-Pläne zu Fall zu bringen. „Dennoch verzögern sie natürlich die Entstehung. Eigentlich wollten wir in diesem Jahr mit dem Bau beginnen“, sagte er. Und weiter: „Soweit ich weiß, entsteht hier bei uns landesweit der erste Park, an dem sich Einwohner beteiligen können, von dem sie direkt profitieren. Ausgerechnet bei diesem Projekt, das dazu geeignet ist, in er Bevölkerung die Akzeptanz für Windkraft zu erhöhen, tritt das Land auf die Bremse. Das kann ich nicht nachvollziehen“, kritisierte der Bürgermeister.