Besuch aus Bayern

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) wirbt in Krevese für Agri-Photovoltaik

Von Karina Hoppe
Nach dem Gespräch bei Kaffee und Kuchen gab’s noch eine Führung in Krevese (v.l. mit Blick nach vorn):  Nico Schulz, Andrea Menke und Hubert Aiwanger.
Nach dem Gespräch bei Kaffee und Kuchen gab’s noch eine Führung in Krevese (v.l. mit Blick nach vorn): Nico Schulz, Andrea Menke und Hubert Aiwanger. Foto: Karina Hoppe

Krevese

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Der bayerische Wirtschaftsminister und Bundesvorsitzende der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, hat der Agrargenossenschaft Krevese-Drüsedau einen Besuch abgestattet. Im Rahmen des Wahlkampfes für die Landtagswahl unterstützte er auf diese Weise das Landtagskandidaten-Trio aus Andrea Menke, Andreas Strehlow und dem Osterburger Bürgermeister Nico Schulz.

Bei Hygiene die Kirche im Dorf lassen

Auf der Herfahrt habe Aiwanger im Vergleich zu Bayern kaum Photovoltaikflächen auf den Äckern gesehen, bemerkte der Gast. Martin Ahrndt, Geschäftsführer der Agrargenossenschaft, habe diesem „Zupflastern“ gegenüber auch so seine Bedenken. „Ich sehe lieber in Reichweite ein Windrad als 20 Hektar Spiegel“, äußerte er. Aiwanger berichtete von der Kombinationsmöglichkeit, den sogenannten Agri-Photovoltaikflächen, mit denen auf einem Acker gleichzeitig Pflanzen- und Stromproduktion möglich ist. Ja, auch das komme hier an, sagte Horst Blum (Freie Wähler). So oder so brauche es trotzdem eine Gegensteuerung auf dem Bodenmarkt, um den bedrohlichen Ausverkauf hiesiger Flächen entgegenzuwirken, war man sich einig. Während der Diskussion bei Kaffee und Kuchen ging es mitten ins Wahlprogramm. Auch gelte es laut Aiwanger, „die Kirche im Dorf zu lassen“, was die Hygienevorschriften betrifft. Es könne doch nicht sein, dass ein Unternehmen wie Tönnies die gleichen Auflagen hat wie der kleine Betrieb auf dem Dorfe. Apropos Tönnies, sprich Fleischproduzenten im großen Stil. Es bringe rein gar nichts, das Billigfleisch hier zu verbieten, „dann ziehen die Unternehmen weiter bis nach Rumänien und dort sind die Bedingungen noch schlechter“, so Aiwanger. Und bald gebe es dann den Mandschurei-Schinken, „in China bauen sie schon siebenstöckige Schweineanlagen“.

Autobahn kostet 100 Hektar Land

Klare Haltung auch zum Wolf, dessen Bestand unbedingt reguliert werden müsse. „Es kann doch nicht sein, dass wir mit zigtausend Euro ein paar Kühe schützen müssen“, sagte Aiwanger. Das müsse sich ändern, „aber das geht nicht mit einer grünen Umweltministerin“, so Schulz dazu. Ahrndt berichtete, dass der Betrieb mit 1895 Hektar Gesamtfläche durch den Bau der A14 100 Hektar Land verliert. „Hurra schreien wir da natürlich nicht.“ Zumal man die Pflanzenproduktion dringend brauche. 1135 Rinder hat die Genossenschaft aktuell, davon 580 Kühe. Für einen Liter Milch gibt’s derzeit 34 Cent – bei Produktionskosten von 40 Cent. Normal sei das nicht. Die Landwirtschaft müsse auch endlich von ihrem schlechten Ruf wegkommen, so Ahrndt, der um Unterstützung seitens der Politiker bat.