Behrendorf l Die Bewohner der Werbener Straße 11 in Behrendorf wissen sich nicht mehr zu helfen. So oft hätten sie bei ihrem Hausverwalter, dem Eigenbetrieb der Stadt Arneburg, auf so viele Probleme hingewiesen, „aber nicht‘s passiert, wir fühlen uns nicht ernst genommen“, sagt Bianca Meinicke. Aus der Dachrinne wächst naturgemäß nicht erst seit gestern das Gras, die Sat-Anlage sei so empfindlich, dass sie bei Wind und Regen häufig ihren Geist aufgibt. Es ist von Duschwannen von annodazumal die Rede, von Fenstern, die falsch eingebaut wurden, „von tiefsten DDR-Zeiten“ in vielerlei Hinsicht. Es stockt, es schimmelt. Schön sei das schon längst nicht mehr.

Und immer heiße es, dass im Moment keine Handwerker zu bekommen sind. Deswegen wurde die Hausgemeinschaft stutzig, da diese plötzlich doch zu haben waren, als der Landkreis zwei Wohnungen für Flüchtlinge anmietete. „Wir sind überhaupt nicht gegen die Flüchtlinge, wir verstehen das einfach nur nicht. Wir sind alle langjährige Mieter“, betont Bianca Meinicke auch im Namen der anderen. So geht es an dieser Stelle auch Bürgermeister Jochen Hufschmidt. „Ich verstehe den Ärger, das führt zu Verstimmungen, die Kritik richtet sich aber nur gegen den Bewirtschafter.“ Auch Hufschmidt rief mehrmals beim Hausverwalter an, „aber es wird nichts gemacht“.

Kay Lindemann als Leiter des Eigenbetriebes zeigt sich überrascht ob der Problematik. Und was die vermeintlichen Handwerker betrifft, möchte er klar stellen, dass die Wohnungen für die Flüchtlinge von Mitarbeitern aus seinem Hause aufgearbeitet wurden. „Und das entspricht längst nicht dem Standard, den wir sonst ermöglichen, da wurde jetzt nicht das Bad neu gemacht“, so Lindemann. Die Sat-Anlage, ja, da gebe es ein Problem. „Aber es ist ja auch nicht so, dass die Bewohner überhaupt kein Fernsehen schauen können, diese Anlagen sind empfindlich.“ Tatsächlich sei vor einem dreiviertel Jahr diesbezüglich ein Auftrag gegeben worden. Die Dachrinne hätten sich schon mehrere Handwerker angeschaut, aber es fehlten noch die Angebote. Das wird die Bewohner erstmal nicht trösten. Bei Regen laufen die Rinnen sofort über, es platscht auf die Fensterbretter und der Dreck die halbe Fensterscheibe hoch.

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Lindemann betont, dass der Sanierungsstau aus den vergangenen Jahren nicht so schnell aufzuholen sei. Die Fenster zum Beispiel seien falsch eingebaut worden, sie sind zu klein und nach Aussage der Bewohner mindestens dritte Wahl. So große Investitionen seien schwierig bei der aktuellen Haushaltslage. „Und das wird ja dann auch sofort auf die Mieter umgelegt.“ Diese wollen vor allem erstmal, „dass nicht alles als Lapalie abgetan wird“, sagt Bianca Meinicke.