Seehausen l Der Rundgang des Bauausschusses durch das Wohnquartier rund um das Diakonie-Krankenhaus erfolgte aus guten Gründen. Denn dort sind mit der Sanierung der beiden behindertengerechten Bushaltestellen am südlichen Ende der Lindenstraße und dem neu gepflasterten Gehwegabschnitt vor dem Krankenhaus die jüngsten Erfolge zu verzeichnen, die sich in die bereits verwirklichen Maßnahmen mit Mitteln des kommunalen Straßenunterhaltes einreihen. Dort warten allerdings auch noch die größten Herausforderungen, um mit dem schmalen Budget der Stadt weitere Gehwegabschnitte in Angriff zu nehmen.

Bei der Besichtigung wurde deutlich, wie groß der Reparaturbedarf an einigen Fußsteigen unter anderem in der Lindenstraße, am Bäckerbusch oder in der Nuschke-Straße noch ist. Die alten Betonplatten aus DDR-Zeiten hinterlassen oft einen beängstigenden Eindruck, weil sie von Verfallserscheinungen gezeichnet sind, sich wegen der Baumwurzeln der Linden am Straßenrand aber oft auch so aufbäumen, dass sie nicht nur zur Gefahr für älteren Fußgänger, sondern auch für Rollstuhl- oder Radfahrer werden. Wobei das nur die Strecken waren, die die Stadträte und sachkundigen Bürger an dem Abend unter die Füße nahmen. Dass es weitere Defizite zum Beispiel am Köppenberg und in anderen Ecken der Stadt gibt, war den Ausschussmitgliedern um ihren Vorsitzenden Willi Hamann dabei durchaus klar.

Kleiner Trost: Die jetzt realisierten Maßnahmen wurden mit Überhängen aus 2018 finanziert. Die Mittel für das laufende Jahr können noch verplant und in der üblichen Prioritätenliste festgeschrieben werden. Aber das ist möglicherweise schon einen Aufgabe für den neuen Stadtrat und seine Fachausschüsse, meinte Hamann mit Blick auf die verbleibende Zeit bis zu den Kommunalwahlen am 26. Mai.

In der Lindenstraße ließen sich die Mitglieder des Gre­miums vom Bauamt noch über die geplante Baumaßnahme des Wasserverbandes Stendal-Osterburg (WVSO) informieren. Der Zweckverband will in dem Quartier in drei Bauabschnitten weitere Abwasseranschlüsse realisieren, wofür auch der Abschnitt Lindenstraße vor dem Krankenhaus zeitweise voll gesperrt werden muss. Die Bauarbeiten sollen in der 16. Kalenderwoche beginnen. Von der Sperrung ist auch der Haupteingang des Krankenhauses betroffen. Wobei es die Zusage gibt, dass die Einrichtung zumindest für Fußgänger und Rollstuhlfahrer über die Vorderseite auch weiter erreichbar bleiben soll. Kranken- und Rettungsfahrzeugen oder der Feuerwehr bleibt dagegen die Zufahrt über die Nuschke-Straße.

In der Regel versucht der WVSO, derartige Maßnahmen immer mit dem Straßenbaulastträger durchzuziehen. Aber die Stadt kann sich den Ausbau von Fahrbahn und Nebenanlagen derzeit nicht leisten.